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Folsäureprophylaxe Vorbeugung angeborener Fehlbildungen

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft © lordn - AdobeStock.com

Seit mehr als 30 Jahren ist bekannt, dass das Vitamin Folsäure zur richtigen Zeit als tägliches Supplement vor und während der Schwangerschaft eingenommen, beim Kind Rückenmarksfehlbildungen (medizinisch: Neuralrohrdefekt [NRD]) oder so genannte «Spina bifida» oder «offener Rücken» in einem grossen Prozentsatz verhindern kann.

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Deshalb wird heute weltweit allen Frauen im gebärfähigen Alter, die schwanger werden möchten oder könnten, d.h. den zukünftigen Müttern empfohlen, mindestens vier Wochen vor und in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft täglich mindestens 0,4 mg Folsäure, am besten in Form eines Multivitamins einzunehmen.

Neben dem offenen Rücken können auch angeborene Herzfehler, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und weitere Fehlbildungen wenigstens teilweise verhütet werden. Dank zahlreicher epidemiologischer Studien gibt es auch Hinweise, dass eine optimale Folsäureversorgung der Mutter in der Frühschwangerschaft bei ihren Kindern mit weniger Autismus, Hyperaktivität, Verhaltensstörungen und sogar Übergewicht assoziiert ist. In über 90 Ländern wird deshalb heute – mit Erfolg – das Brotmehl obligat mit Folsäure zur Prophylaxe angereichert. In der Schweiz sind solche Bestrebungen bisher aus juristischen Gründen gescheitert, und einzig auf freiwilliger Basis (Stiftung Folsäure Schweiz) ist es möglich, Mehl mit Folsäure anzureichern (zurzeit Folsäure angereichertes Mehl von 5 Mühlen erhältlich).

Umso mehr muss die individuelle Prophylaxe gefördert werden. Dabei ist wichtig, dass die Folsäure bereits vor der Schwangerschaft eingenommen wird, weil sich das Rückenmark schon wenige Tage nach dem Ausbleiben der Menstruation auszubilden beginnt, d.h. bevor sich viele Frauen ihres Zustands bewusst sind. Am besten stellst du gleich beim Absetzen der Hormonpille oder beim Weglassen anderer Verhütungsmittel auf die Vitaminpille um. Leider beginnen auch heute noch viele Frauen damit zu spät! In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass 0,4–0,8 mg Folsäure, evtl. in Kombination mit anderen Vitaminen oder mit aktivierter Folsäure (Methylfolat, Quatrefolic) wahrscheinlich etwas bessere Erfolge bringt.

Die regelmässige tägliche Folsäurezufuhr sollte nicht höher als 1 mg sein, da bei erhöhter Folsäure-Einnahme, insbesondere bei einem eventuellen Vitamin B12-Mangel, Nebenwirkungen auftreten können.

Frage deine Ärztin / deinen Arzt oder Apotheker / Apothekerin. Starte jedoch die Prophylaxe rechtzeitig, d. h. früh (siehe oben), wenn nötig auch ohne ärztliche Verordnung!

Autor: Prof. Dr. Kurt Baerlocher / St. Gallen

 

Weitere Interessante Fakten zum Thema Folsäure findest du unter www.stiftung-folsäure.ch

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