Entspannte Füsse in der Schwangerschaft: Wellness bei Wassereinlagerungen und Co.

Wassereinlagerungen Schwangerschaft: Wellness für die Füsse @ 3220633 - pixabay.com

In der Schwangerschaft verändert sich der Körper auf vielfältige Weise. Nicht nur der Bauch wächst. Die Hormone sorgen sozusagen für ein Makeover von Kopf bis Fuss. Vor allem die Füsse werden in der Schwangerschaft vor eine grosse Herausforderung gestellt, denn sie tragen das zusätzliche Gewicht und müssen mit Wassereinlagerungen zurechtkommen. So gönnst du deinen Füssen in der Schwangerschaft eine Extraportion Wellness und kannst Wassereinlagerungen und Co. entgegenwirken.


Was deine Füsse in der Schwangerschaft leisten

Schwere und geschwollene Füsse und Beine gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Dafür ist zunächst einmal das zusätzliche Gewicht verantwortlich, das dein Körper in dieser besonderen Zeit tragen muss. Doch auch bevor der Babybauch sichtbar wächst und dein Baby an Gewicht zulegt, leisten deine Füsse und Beine bereits zusätzliche Arbeit. Das liegt vor allem an der Veränderung des Hormonhaushaltes, der sich auch auf den Blutkreislauf und das Lymphsystem auswirkt.
In der Schwangerschaft transportieren deine Gefässe mehr Blut, um dich und dein Baby jederzeit optimal versorgen zu können. Diese zusätzliche Menge stellt die Venen vor eine besondere Herausforderung, denn sie sind dafür zuständig, das Blut aus dem unteren Bereich deines Körpers wieder nach oben zum Herzen zu pumpen. Je mehr Blut transportiert werden muss, desto schwerer müssen die Venen arbeiten. Die Folge können erschöpfte und schwere Beine sein.

Ausserdem sorgt die erhöhte Progesteron-Produktion in der Schwangerschaft dafür, dass deine Gefässe dehnbarer werden und mehr Flüssigkeit einlagern können. Der Lymphabfluss kommt nicht mehr hinterher. Dieses Phänomen spürst du vor allem abends durch geschwollene Füsse und Beine, gespannte Waden, dicke Fussknöchel, manchmal auch durch ein Kribbeln in den unteren Extremitäten.

Vor allem in fortgeschrittenen Stadien der Schwangerschaft klagen viele Frauen auch tagsüber über geschwollene Beine und Füsse. Wächst die Gebärmutter, drückt sie vor allem im Becken verstärkt auf die Lymphgefässe und Venen. Das schränkt den Rückfluss des Blutes zum Herzen zusätzlich ein, mehr Wasser kann aus dem Blut austreten und es werden mehr Flüssigkeit und Gewebe eingelagert. Insbesondere im dritten Semester kann dies neben dem Gefühl der Schwere oder einem unangenehmen Kribbeln sogar zu Bewegungseinschränkungen führen. Wie stark Schwangere betroffen sind, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere von ihrer Gewebsstruktur und der genetischen Disposition zu Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe.

Wie für die meisten Begleiterscheinungen der Schwangerschaft gibt es aber auch bei geschwollenen, angespannten und schmerzenden Füssen Hilfsmittel, die Linderung verschaffen. So schenkst du deinen Füssen in der Schwangerschaft eine Extraportion Wellness:

1. Bequeme Schuhe
Viele Schwangere berichten davon, dass ihre Füsse in der Schwangerschaft breiter werden und sie sich in ihren Schuhen nicht mehr wohlfühlen, vielleicht sogar überhaupt nicht mehr hineinpassen. Tatsächlich führt die vermehrte Einlagerung von Flüssigkeit und Gewebe in den unteren Extremitäten dazu, dass sich die Füsse vor allem im dritten Trimester spürbar verändern können.
Der Medizinier Johannes Christian Hentschel hat sich in seiner Dissertation am Universitätsklinikum Münster mit diesem Phänomen beschäftigt. Er hat herausgefunden, dass sich Grösse und Form der Füsse bei vielen Schwangeren nicht nur vorübergehend, sondern auch langfristig verändert. „Im Ergebnis nahmen Fusslänge, -breite und -volumen zu“, gibt der Mediziner in seiner Dissertation bekannt. „Der Fuss wurde im Durchschnitt 1,8 mm länger und 2 mm breiter. Diese Längenzunahme entspricht ungefähr einer viertel Schuhgrösse.“

Die meisten Schwangeren stellen früher oder später fest, dass ihre Schuhe nicht mehr passen. Vielleicht ist das genau der richtige Zeitpunkt für einen Generationenwechsel in deinem Schuhschrank. Vor allem auf zu eng geschnittene Schuhe, Modelle mit einer hohen Schnürung und schmale, hohe Absätze solltest du deinen Füssen zuliebe jetzt verzichten. Es gibt viele Marken für Gesundheitsschuhe, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, bequemes Schuhwerk schick und stylisch zu machen.

Bei etwa 70 Prozent aller Frauen bildet sich die Veränderung nach der Geburt wieder zurück. 30 Prozent der Frauen greifen auch nach ihren Schwangerschaften zu Schuhen, die eine Grösse grösser und vor allem breiter geschnitten sind. Falls du also bemerkt hast, dass deine Lieblingsschuhe dir auch nach der Geburt deines Babys nicht mehr passen, befindest du dich in guter Gesellschaft. Spätestens, wenn die Kleinen langsam mobil werden, sind bequeme Schuhe ohnehin deine wichtigsten Begleiter.

2. Viel Bewegung
Zur Unterstützung des Lymphflusses ist regelmässige und moderate Bewegung hervorragend geeignet. Beim Sitzen und Stehen werden die Venen zusätzlich belastet. Spaziergänge an der frischen Luft unterstützen dein Lymphsystem und tun Körper und Seele gut. Um vor allem dem Lymphfluss in den Waden anzuregen, eignet sich moderates Fahrradfahren oder Treppensteigen. Eine angenehme und entlastende Form der Bewegung ist auch Wassergymnastik. In speziellen Kursen für Schwangere kannst du deinem Körper in angenehm warmem Wasser deinem Körper eine Extraportion Bewegung gönnen
Achte dabei aber immer auf die Signale deines Körpers. Wenn er Ruhe braucht, sollte er diese auch bekommen.

3. Beine und Füsse hochlagern
Vor allem im Sitzen solltest du deine Beine und Füsse so oft wie möglich hochlagern, um die Venen zu entlasten und den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu erleichtern. Besonders förderlich ist es, wenn die Unterschenkel in der hochgelagerten Position leicht angewinkelt sind und die Beine nicht übereinandergeschlagen werden. Zusätzliche Linderung können kühlende Wadenwickel verschaffen. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein, nur etwa handwarm. Keinesfalls darf ein unangenehmes Kältegefühl entstehen. Eine Beigabe von Hamamelis macht aus den Wickeln eine kleine Wellnessbehandlung.

4. Venenduschen
Eine wohltuende Soforthilfe sind Venenduschen. Dabei duschst du deine Unterschenkeln an den Füssen beginnend bis nach oben zum Knie mit kaltem Wasser ab. Durch die Kälte ziehen sich die Gefässe im Unterschenkel stärker zusammen und unterstützen so den Lymphabfluss nach oben.

5. Wohltuende Gelmassagen
Vor allem abends kannst du deinen Füssen und Beinen etwas Gutes tun, indem du sie mit einer Massage verwöhnst. Die lindernde Wirkung kann sich besonders gut entfalten, wenn du ein kühlendes Geld benutzt und es ganz sanft einmassierst. Du kannst mit den Händen arbeiten, oder einen Massagehandschuh oder einen Igelball zur Hilfe nehmen. Achte bei der Massage darauf, dass du immer zum Herzen hin massierst, um den Abfluss des Blutes und der Lymphe in diese Richtung zu unterstützen. Nach der Massage sollten die Füsse noch einmal hochgelagert werden, um die wohltuende Wirkung voll ausschöpfen zu können.

6. Gesunde Ernährung
Auch mit einer bewussten Ernährung kannst du starken Wassereinlagerungen in den Füssen und Beinen vorbeugen und Beschwerden lindern. Achte bei der Zubereitung deiner Speisen darauf, dass du nicht zu viel Salz verwendest. Salz bindet Flüssigkeit und begünstigt damit die Flüssigkeitsablagerung in den Gefässen. Auf stark salzhaltige Produkte wie Salzbrezeln, Oliven, Instantsuppen oder salzige Wurst- und Käsewaren solltest du möglichst verzichten. Greife lieber bewusst zu Lebensmitteln, die den Körpern beim Entwässern unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel Salatgurken, Avocado, Spargel, Ananas, Erdbeeren, Melonen, Zwiebeln und Knoblauch. An Sättigungsbeilagen darfst du bei Reis und Kartoffeln nun lieber zugreifen als bei Nudeln. Mit der Wahl der richtigen Getränke kannst du ebenfalls etwas für deine Gefässe tun. Brennnessel- und Ingwertee entwässern ebenso gut wie die meisten Grünteesorten. Auf kohlensäurehaltige Getränke solltest du in der Schwangerschaft lieber verzichten. Sie können nicht nur Wassereinlagerungen begünstigen, sondern auch Sodbrennen auslösen.

Geschwollene und schwer Füsse und Beine gehören in der Schwangerschaft zu den häufigsten Begleiterscheinungen. Mit unseren Tipps kannst du Wassereinlagerungen vorbeugen und deinen Füssen eine Extraportion Wellness gönnen.

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