Kinderfotos im Internet

Kinderfotos im Netz © Africa Studio - AdobeStock.com

Kinderfotos im Netz - unsichtbare Gefahr, oder doch Übertreibung?

Es gibt nichts Schöneres für Eltern: die ersten Schritte des Kindes, der neue Haarschnitt, der erste Kindergartentag. All diese schönen Momente möchtest du fotografieren und teilen - mit der Oma, mit deiner besten Freundin, oder mit deinen Followern auf den sozialen Medien. Es ist selbstverständlich geworden, schon fast ein Automatismus ohne Hintergedanken. Doch was passiert mit diesen Fotos tatsächlich? Lies hier mehr dazu.

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Welche Risiken gehst du beim Posten von Kinderbildern ein?

Der Gefahren sind sich viele Eltern nicht bewusst, das liegt an der fehlenden Sichtbarkeit des Risikos. Ein Bild ist schnell gepostet, doch was dann? Jahre vergehen, dein Kind wird grösser, das Bild gerät in Vergessenheit. Das Internet jedoch vergisst nicht. Spott und Häme von Schulkameraden, oder Arbeitskollegen können eine mögliche Folge dieses Bildes sein.

Ebenfalls wird immer wieder über pädophile Kriminalität berichtet. Seit 2002 richtet sich in der Schweiz ein Absatz in einem Artikel vom Strafgesetzbuch gegen die Kinderpornographie. Dennoch lauert die Gefahr immer mehr in der virtuellen Welt des Internets.

Kinder haben wie alle anderen Personen auch das Recht am eigenen Bild. Eltern übernehmen die Verantwortung, denn Kinder können die Folgen noch nicht abschätzen. Denn Kinderfotos im Netz erhöhen das Risiko unerwünschter Kontakte. Zudem können Werbetreibende und fremde NutzerInnen Informationen über Hobbys und Gewohnheiten sammeln.

Was passiert mit den Fotos, welche über WhatsApp verschickt werden?

Per WhatsApp lassen sich die Bilder deines Kindes schnell und einfach mit der Familie teilen. Der Nachrichtendienst mag als privat und sicher gelten, dem ist leider nicht so. Selbst wenn du meinst vorsichtig zu sein, liegt das Problem im Kleingedruckten. Ebenso wie beim Mutterkonzern Facebook werden deine Daten an Dritte weitergeben. Denn während du in der Annahme bist, dass deine Nachtrichten verschlüsselt sind, gilt das für die Bilder und Videos nicht. Zudem werden sie auf den Endgeräten deiner "Freunde" abgespeichert und du verlierst die Kontrolle über die Fotos. Dies gilt übrigens auch für Profilbilder.

Tipps für Eltern im Umgang mit Kinderfotos & dem Internet

Wie ist es möglich gewünschte Fotos deiner Kinder sicher an die eigene Familie zu verschicken? Du kannst auf alternative Plattformen ausweichen, wie z.B. Dropbox.

Threema, der Schweizer Instant-Messaging-Dienst, zum Beispiel, schreibt Sicherheit und Datenschutz gross und bietet sich als Alternative zu WhatsApp an.

Weitere Tipps beim sicheren Umgang mit Fotos deiner Kinder sind:

  • Wenn du ein Foto über Soziale Medien teilen möchtest, dann achte am besten darauf, dass das Gesicht nicht zu erkennen ist. So gehst du keine Gefahr ein, dass man dein Kind identifizieren könnte. Sei vorsichtig beim Teilen von persönlichen Daten.
  • Überlege gut welche Bilder du mit der Öffentlichkeit teilen möchtest. Muss es das "freizügige" Bild vom Strand sein. Wie würde dein Kind Jahre später über dieses Bild denken? Frage ältere Kinder nach seiner Meinung und bitte es um sein Einverständnis, welches Bild die Öffentlichkeit sehen darf.
  • Poste keine Fotos oder Videos, die zeigen, wie dein Kind einen Wutanfall hat, sich unwohl fühlt oder ihm ein Missgeschick passiert ist.  
  • Beachte, dass auf sozialen Kanälen auch auch eingegrenzte Gruppen keine Garantie sind, dass Inhalte nicht weiterverbreitet werden. Denke vor der Veröffentlichung immer daran, dass im Internet auch gelöschte Bilder nie ganz verschwinden und du die Kontrolle über das Bild schnell verlierst. 
  • Deaktiviere die Ortsbestimmung im Smartphone.
  • Sei deinem Kind ein Vorbild und zeige ihm den sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im Netz.

Das Internet ist oft verwirrend und wirft viele Fragen auf. Doch mit etwas Vorsicht und Aufmerksamkeit gegenüber dem Datenschutz wird das Risiko für dich und deine Familie schon um ein ganzes Stück geringer. Achte auf deine Daten und die deines Kindes.

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