Survival-Kit für Väter

Wird ein Baby geboren, ist die Freude sehr gross. Kehrt der Alltag ein, müssen sich Eltern in ihrer neuen Rolle erst mal zurechtfinden. Die Versorgung des Babys steht im Mittelpunkt, umfasst Tag und Nacht, kann sehr stressig sein und Streit in der Beziehung verursachen. Während Frauen neun Monate Zeit hatten, sich gedanklich an die Rolle als Mutter zu gewöhnen, überkommt es viele Väter ganz plötzlich. Selbstzweifel und Ernüchterung können ganz normal sein. Hier findest du Tipps für diese aufregende Zeit.

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Herausforderungen für die Partnerschaft

Natürlich gibt es nicht den Ratschlag, der einen werdenden Vater auf das vorbereitet, was ihn mit der Geburt eines Babys erwartet. Anders als Frauen, die viel offener über Probleme, Emotionen, Sexualität und Krisen sprechen, sind viele Männer eher verschlossen, wenn es um persönliche Fragen geht. Doch gemeinsame Gespräche sind jetzt besonders wichtig. 

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Die eigenen Erwartungen und Bedürfnisse müssen Eltern in der ersten Zeit mit dem Baby enorm runterschrauben und den Alltag neu strukturieren. Der Rhythmus kommt - aber später! Sprecht einander über die gegenseitigen und gemeinsamen Auszeiten ab.

Arbeitsteilung besprechen!

Babys weinen viel. Dabei können die Gründe ganz unterschiedlich sein: Hunger, volle Windel, Bedürfnis nach Nähe, Übermüdung, zu viele Reize oder Langeweile. Das Schreien ist herausfordernd und bis zu drei Stunden täglich sogar völlig normal. Und Babys können sehr ausdauernd sein. Väter macht das wahnsinnig, Mütter leider auch. Helfen kann nur gegenseitige Unterstützung und das Wissen darüber, dass auch diese Zeit vorbei geht. 

Die Herausforderungen an Vater und Mutter wachsen kontinuierlich: Neben Schlafentzug, Haushalt, neuer Rollenverteilung und einem Organisationstalent was Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten betrifft, muss der Alltag sich neu finden.

Besprecht miteinander, welche Arbeiten wer übernehmen kann. Die Anforderungen im Arbeitsalltag und in der neuen Rolle als Vater sind gross - klärt realistisch, welche Arbeiten du neben dem Job übernehmen kannst. Verabschiede dich von jedem Perfektionismus!

Selbst wenn die Mutter stillt, kannst du als Vater viel zur Versorgung des Babys beitragen und die Beziehung zum Kind stärken. Nicht selten erleben Väter, dass das Kind sich von ihnen gar nicht oder nur schlecht beruhigen lässt, sie fühlen sich abgelehnt. Lass dich nicht verunsichern. Dieses Verhalten ist ganz normal und geht vorbei. Wenn  du dich jetzt schon verantwortlich fühlst, sobald dein Baby schreit, wird es dich später auch um Hilfe bitten, sich trösten und helfen lassen. Gute Väter trösten, spielen und helfen! 

Am Anfang ist noch kein geregelter Tagesablauf möglich. Es ist nötig, sich ganz auf die Bedürfnisse des Babys einzustellen. Nutzt die Schlafzeiten des Babys, um selbst zur Ruhe zu kommen und lasst den Haushalt auch mal liegen.

Sich in der Rolle als liebevoller Vater finden

Setze dich mit deiner neuen Rolle als Vater auseinander. Überlegedir, was dein eigener Vater gut gemacht hat und was du anders machen möchtest. Welche Erinnerungen sind dir besonders aus der Kindheit mit deinem Vater geblieben?

 

Sexualität

Während Paare oft annehmen, dass guter Sex die Beziehung zusammen hält, werden frisch gebackene Eltern vorerst andere Dinge im Kopf haben. Nach der Geburt eines Kindes haben viele Frauen Geburtsverletzungen, die nicht selten Monate zum Abheilen brauchen. Doch auch, wenn keine Geburtsverletzungen vorhanden sind: Gedanken an Sex hat eine junge Mutter häufig ganz zuletzt. Die Versorgung des Säuglings fordert sie in besonderem Masse: Stillen, Fläschchen geben, Füttern, Trösten, usw. Hinzu kommt gerade zu Anfang ein massives Schlafdefizit, das jeden Gedanken an Erotik in die letzte Ecke der Bedürfnisoase drängt.

Väter können ihre Partnerin stärken, indem sie ihr sagen, wie toll sie ihren Job als Mutter macht und dass du sie liebst. Nimm sie einfach in den Arm, (auch) wenn sie überfordert, launisch oder erschöpft ist. Emotionale Nähe und die Wertschätzung füreinander kann so aufrechterhalten werden.

Unterstützung annehmen

Damit beide zu den verdienten Auszeiten kommen, zögert nicht, Hilfe anzunehmen. Freunde, Familie, ein Babysitter oder eine Haushaltshilfe kann helfen, wenn es euch zu zweit einfach zuviel wird. 

Das Heranwachsen eines Kindes gleicht einer spannenden Abenteuerreise und ist so anstrengend wie das Besteigen eines Gipfels. Gerade am Anfang können selbst kurze Gespräche über die Belastung beiden Elternteilen helfen. Ein Resümee des Tages, was gut und schlecht war oder was vielleicht schon besser geworden ist, schafft Nähe in der neuen Elternrolle. Seid gewiss: Ihr schafft das!

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