Individuelle Zeiteinteilung und Teilzeitmodelle unterstützen Familien © Pixabay, 5609202, Standsome© nicoletaio

Mehr Zeit für die Familie: Flexible Arbeitszeiten setzen sich durch

Wird die Acht-Stundenwoche zum Auslaufmodell? Der Erfolg des Homeoffice durch die Coronakrise zeigt, dass flexible Arbeitszeiten und mobile Arbeitsplätze sich immer mehr durchsetzen.

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Langfristige Entwicklung 

Zeitliche Flexibilität im Job ist nicht erst seit Corona auf dem Vormarsch: Das zeigt eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO aus dem Jahr 2012. Ihr zufolge konnten bereits im Jahr 2005 etwa 45 Prozent der Erwerbstätigen ihre Arbeitszeit individuell gestalten – im Jahr 2010 stieg dieser Prozentsatz noch einmal auf 61 Prozent an.

Dieser Trend ist seitdem nicht verschwunden: Starre Arbeitszeitmodelle befinden sich besonders durch moderne Flexwork-Angebote und die veränderte Erwartungshaltung junger Fachkräfte an ihre Arbeitgebenden zunehmend auf dem Rückzug.

Ein Drittel aller Schweizer wünschen sich flexible Arbeitszeiten

Im Rahmen der internationalen Arbeitsmarkt-Studie »Global Talent Study 2020« wurde durch eine Kooperation mit dem Schweizer Jobportal-Betreiber JobCloud auch die Situation in der Schweiz beleuchtet.

Die Studie brachte an den Tag, dass 84 Prozent der Befragten zumindest teilweise in den Genuss von flexiblen Arbeitszeiten kommen möchten. 31 Prozent wollen eigentlich nur noch zeitlich flexibel arbeiten – das sind zehn Prozent mehr als der globale Durchschnitt der Studie. Schweizweit bevorzugen lediglich 16 Prozent noch rigide Arbeitszeitregelungen, weltweit sind es zurzeit noch 36 Prozent.

Auch die Einstellung zum Arbeitsort verändert sich: Mehr als die Hälfte der Befragten in der Schweiz könnte sich vorstellen, zwei oder drei Tage in der Woche von verschiedenen Standorten aus zu arbeiten. Dazu gehört nicht nur das eigene Zuhause: Auch das mobile Arbeiten in Coworking-Spaces, einer Ferienwohnung oder einem Restaurant kann die Motivation von Arbeitnehmenden erhöhen.

Eine vollständige Abkehr vom Office-Arbeitsplatz ist hingegen nur für wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstrebenswert – laut der Global Talent-Studie sind es lediglich neun Prozent, die diese Option als attraktiv empfinden.

Unternehmen werben mit individueller Zeiteinteilung und Teilzeitmodellen

Auch die Unternehmen haben verstanden, dass sich die Arbeitswelt in Bezug auf die Wochenarbeitszeit gewandelt hat. Die Beliebtheit und der Erfolg des Homeoffice während der Coronapandemie beweist, dass es hier keinen Schritt zurück mehr geben wird.

Als Reaktion darauf werden auch die Jobangebote flexibler. Ein gutes Beispiel hierfür findet sich im Finanzsektor: So hat der Finanzdienstleister Swiss Life Select im letzten Herbst eine Rekrutierungskampagne gestartet, deren Motto »mehr Zeit« verspricht. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die als Finanzberater auf selbstständiger Basis für Swiss Life Select arbeiten wollen, kommen in den Genuss flexibler Zeiteinteilung – und damit zu mehr Lebensqualität.

Zusätzlich stellt die Kampagne die guten Entwicklungsmöglichkeiten und die gelebte Chancengleichheit bei Swiss Life Select heraus.

Ein anderes Beispiel für ein Unternehmen mit familienfreundlichen Arbeitszeiten ist die Schweizerische Bundesbahnen SBB. Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern bietet die SBB gleich mehrere Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten.

Dazu gehören diverse Teilzeitmodelle, Jobsharing sowie das Arbeiten von unterwegs oder von zu Hause aus. Ausserdem können Mitarbeitende bei der SBB auf einem sogenannten Langzeitkonto Arbeitszeit oder Geld ansparen, um zum Beispiel einen Familienurlaub zu verlängern oder zeitlich befristet weniger zu arbeiten.

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