Freundschaften behalten - trotz Baby?!

Dass Freunde etwas besonders Wertvolles im Leben eines Menschen sind, wird wohl kaum jemand bestreiten. Wenig Schlaf, ein anderer Rhythmus, neue Themen - ein Kind stellt das bisherige Leben ganz schön auf den Kopf. Freundschaften aus kinderlosen Tagen müssen da häufig zurückstecken. Wir zeigen, wie sie trotz Kind erhalten bleiben. 

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Warum verändern sich Freundschaften durch ein Kind?

Wenn aus einem Paar eine Familie wird, dreht sich erst einmal alles um den neuen Erdenbürger. Das Baby fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Mit Kind ist alles neu und ungewohnt. Sein Rhythmus bestimmt zunächst den Tagesablauf. Schlafmangel zählt zu den grössten Herausforderungen in den ersten Monaten - häufig fehlt einfach die Kraft, alte Freundschaften zu pflegen. Auch die Achterbahn der Gefühle können viele nicht teilen und sie leben ihr "altes" Leben weiter, während du besonders anfangs nach der Geburt wahrscheinlich nicht mehr die Zeit und Lust dazu hast.

Doch nach und nach spielt sich der neue Alltag ein und wir sind wieder offen für andere Dinge. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, alte Kontakte wieder aufleben zu lassen. Denn nichts sollte als selbstverständlich betrachtet werden – das gilt auch für Freundschaften. Wie jede Beziehung müssen auch Freundschaften gepflegt werden.

Gemeinsame Zeit mit den Kindern

Relativ unproblematisch ist der Kontakt zu befreundeten Eltern. In diesem Fall stösst du auf Verständnis, ihr könnt euch gegenseitig austauschen und habt einen ähnlichen Tagesablauf, sodass gemeinsamen Unternehmungen mit den Kindern nichts im Wege steht.

Freie Abende ohne Kinder ermöglichen

Schwieriger wird es mit kinderlosen Singles und Paaren. Hier ist vor allem wichtig, auf deren Zeitfenster Rücksicht zu nehmen. Hilfreich ist dabei, wenn sich das Kind von beiden Elternteilen zu Bett bringen lässt.

Unser Tipp: Kinder von Anfang an abwechselnd schlafen legen und den Vorgang nicht mit dem Stillen in Verbindung bringen - dann hat Papa auch eine Chance.

Offen sein für andere Themen

Selbst wenn sich Freunde für die Entwicklung unserer Kinder interessieren, können Gespräche, die nur darum kreisen, schnell einseitig werden. Deshalb schadet es nicht, auch mit anderen Themen auf dem aktuellen Stand zu sein und über Dinge zu sprechen, die euch zuvor schon verbunden haben. Auch dir tut bestimmt eine "Kinder-Pause" mal gut!

Unser Tipp: Über Kinderthemen lässt es sich am besten mit anderen Eltern plaudern. Deshalb für neue Freundschaften Orte aufsuchen, an denen sich diese aufhalten, z.B. Krabbelgruppen, Babyschwimmkurse, Elterntreffs, Spielplätze, Babymassagen u.ä.

Interesse zeigen - trotz neuer Themen

Freundschaften leben davon, dass wir uns gegenseitig wertschätzen und ein Interesse daran haben, am Leben des oder der anderen teilzuhaben. Das bedeutet zum Beispiel, richtig zuhören, wenn unsere Freunde von ihren Themen erzählen, sich in deren Situation hineinzuversetzen, auch wenn diese zurzeit so ganz anders aussieht als bei uns.

Unser Tipp: Termine, die für Freunde wichtig sind, direkt in den eigenen Kalender eintragen. So denken wir leichter daran, zum Geburtstag zu gratulieren, die Daumen zu drücken, Mut zu zusprechen oder was eben gebraucht wird - auch wenn das Baby gerade fiebert.

Wichtige Termine wahrnehmen

Deine Freunde heiraten? Natürlich gehst du da hin und du verschwindest auch nicht nach einer Stunde wieder. Das Kind ist aber krank? Da lässt sich sicher eine Lösung finden! Ruft die Oma oder einen vertrauten Babysitter. 

Unser Tipp: Gewöhnt euer Kind an andere Bezugspersonen. Gebt ihnen das Vertrauen mit, dass sich diese gut um sie kümmern werden und seid euch selbst sicher, dass ihr, wenn es tatsächlich einmal nicht anders geht, angerufen werdet.

 

Kinderlose Freunde als Bereicherung - für euch und eure Kinder

Die Erfahrung zeigt: Kaum jemand kann sich unseren Kindern so sehr widmen wie kinderlose Freunde, die bei gemeinsamen Unternehmungen mit voller Aufmerksamkeit bei den Kindern sein können und auf vieles entspannter reagieren - weil sie sie spätestens abends wieder abgeben können;).

Wichtige Tipps für deine Freundschaftspflege

  • Überraschend eine liebe WhatsApp-Nachricht, eine E-Mail oder ein Telefonanruf sind wahre Aufsteller und stabilisieren Freundschaften
  • Den Freund akzeptieren, wie er ist! Auf Fehler auf respektvolle Art hinweisen.
  • Ehrlich sein: Freundschaft basiert auf Vertrauen.
  • Geben (und nicht nur nehmen): Wird jemand häufig bewusst ausgenutzt, ist es eher eine Zweckgemeinschaft als eine Freundschaft. Hilfe und Gesten sollen von Herzen kommen!
  • Verlässlich sein: Das Einhalten von Vereinbarungen sollte selbstverständlich sein.
  • Verzeihen können: Jeder macht Fehler. Dazu zu stehen und auch verzeihen zu können, zeigt Grösse.
  • Wichtige Tage nicht vergessen: Als Zeichen von Wertschätzung sollten Geburtstage, Jubiläum oder spezielle Jahrestage nicht vergessen werden.


Freundschaften ändern sich, bringen aber auch neue, treue Wegbegleiter, mit denen du Begeisterung, Ängste, Freude und Leid teilen kannst. Nimm dir bewusst Zeit für Freunde, die dir wichtig sind und versuche, dich auch in ihre Welt ohne Kind hineinzuversetzen - zeige Interesse, denke und fühle mit und habe Verständnis.

Wie ist es bei dir? Sind Freundschaften auseinander gegangen, schwieriger geworden, oder vielleicht noch enger? Wie schaffst du die Balance zwischen Familie und Freunden?

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