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Vergleiche unter Eltern

Die nervigen Vergleiche unter Eltern © Anke Thomass / AdobeStock.com

Bei wem war die Schwangerschaft besonders angenehm? Bei wem schläft das Baby nachts schon durch? Wie ist der Stand der Entwicklung des Sprösslings? Eltern vergleichen immer wieder, wenngleich es völlig normal ist, dass sich Babys unterschiedlich schnell entwickeln und keine Schwangerschaft wie die andere verläuft. Niemand ist vor dem Konkurrenzkampf sicher – ob er möchte oder nicht.

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„Was, sie lauft scho?” „Uiii, scho vier Zähn?” Die nervigen Vergleiche kennt wohl jede und jeder, die schon in der Schwangerschaft beginnen. Wer wurde am unproblematischsten schwanger? Wer hat am natürlichsten entbunden?

Oft holen Eltern Vergleichswerte zur eigenen Sicherheit ab, zur Beruhigung, dass alles in Ordnung ist. Wenn die Antworten aber weit auseinanderklaffen, kommt die eigene Unsicherheit hoch. Ist alles normal? Mache ich alles richtig?

Babys im Konkurrenzkampf

Ist das Baby auf der Welt, geht die Fragerei erst richtig los. Es geht um das Schlafverhalten, das Stillen, ab wann es kriechen kann, laufen, reden, usw.

Ob man auf solche Fragen immer ehrliche Antworten erhält, sei dahingestellt. „Oh je, deine Tochter schläft noch nicht durch? Mein Sohn schläft schon seit dem ersten Monat durch.“ Wirklich? Vielleicht gibt es das – vielleicht ist es auch einfach Auffassungssache, ab wann man von „durchschlafen” redet.

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Jedes Kind ist einzigartig

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell und ganz individuell. Einige lassen Entwicklungsschritte einfach aus, laufen, bevor sie kriechen können oder erfinden ihre eigene Fortbewegungsmethode. Manch ein Doktor hat erst mit zwei Jahren zu sprechen begonnen. Und auch motorische Spätzünder können später Leichtathletiker werden.

Beobachte dein Kind und konzentriere dich auf seine Stärken. Mache ihm Mut, ohne es zu bedrängen und lobe es für seine Versuche. Konzentriere dich auf seine Interessen und nicht den Entwicklungsschritt, den es gemäss eines Buches gerade tun sollte.

Freue dich über die Besonderheiten deines Kindes. Schon in einem Jahr interessiert es nämlich niemanden mehr, wann dein Kind genau laufen gelernt hat!
Viele Eltern müssen rückwirkend schmunzeln, weil sich das Baby z. B. partout nicht auf den Bauch drehen wollte und sie deswegen von der Mütter- und Väterberatung zum Kinderarzt und dann zum Physiotherapeut gerannt sind.

Klar ist es wichtig, Rückstände bei der Entwicklung zu beobachten und zu verfolgen. Oft braucht es aber einfach noch ein wenig Zeit und Geduld - jedes Kind hat sein eigenes Tempo und macht seinen Weg auf seine Weise. Vertraue deinem Kind und deinem Instinkt!

Du tust das Richtige

Wenn dich etwas an deinem Kind beunruhigt, frage deinen Kinderarzt, deine Hebamme oder deine Mütter- und Väterberatung anstatt andere Eltern. Der Schein der Solidargemeinschaft unter Eltern trügt leider oft. Und irgendjemand mischt sich immer ein und weiss es besser. Die Entscheidung muss allein für dich und dein Baby stimmen.

Tue das, was du für richtig hältst und stelle die Ohren auf Durchzug!

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ (Sören Aabye Kierkegaard)

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