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Bonding – eine Bindung für das ganze Leben knüpfen.

Bonding für die Eltern-Kind-Beziehung © Iryna - AdobeStock.com

Mit Bonding ist die innere Gefühlsverbindung gemeint, die Eltern zu Ihrem Baby entwickeln und umgekehrt. Mutter, Vater und Neugeborenes verlieben sich regelrecht ineinander. Dieses Verlieben ist die Basis für eine dauerhafte, einzigartige Beziehung.

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Ineinander verlieben ist gleichbedeutend mit einem engen Körperkontakt: Streicheln, Schmusen, Berühren, intensives Sprechen miteinander, aufeinander Zugehen und sich wieder zurückziehen.

Der Bindungsprozess, der bereits in der Schwangerschaft begonnen hat, wird nach der normalen Geburt auf der Haut der Eltern fortgesetzt und intensiviert.

Der Oxytocin Spiegel (unser Liebeshormon) ist in der ersten Stunde nach der Geburt besonders hoch. Hautkontakt, Blickkontakt, Geruch, suchende Bewegungen und Lautäusserungen von Eltern und des Kindes wirken gegenseitig stimulierend.

Die Bonding Phase

Frisch gebackene Eltern und ihr Neugeborenes haben nach der Geburt eine ermüdende Reise hinter sich. Es ist der ideale Zeitpunkt Intimität aufzubauen und emotionale Bande zu knüpfen. Eltern wird deshalb empfohlen, das Baby nach der Entbindung auf die nackte Brust zu legen, um es dort dem vertrauten Herzschlag lauschen zu lassen. Kommunikation ist für das Bonding sehr wichtig. Mütter und Väter sollten mit dem Baby sprechen, denn die Stimmen sind dem Kind bereits aus dem Mutterleib bekannt. Der unmittelbare Haut-zu-Haut-Kontakt nach der Geburt fördert zusätzlich die Fähigkeit, dass das Neugeborene selbstständig die Brustwarze findet und so den Zeitpunkt des Stillbeginns bestimmt. Dennoch gibt es für das Bonding keinen festgelegten Zeitpunkt. Jedes Mal, wenn die Eltern ihr Baby in den Armen halten, gemeinsame Momente verbringen, wird die Bindung weiter gestärkt.

Vor ihnen liegt ein gemeinsames Leben und diese Jahre werden geprägt sein von dem Band, das sie zwischen sich knüpfen konnten.

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Bonding-Anleitung auf einen Blick

  1. Direkter Hautkontakt: Das Baby wird direkt nach der Geburt der Mutter oder dem Vater auf die nackte Brust gelegt, um den unmittelbaren Hautkontakt herzustellen.
  2. Liebevolle Kommunikation: Die Stimmen der Eltern sind dem Baby bereits aus dem Mutterleib bekannt. Das Sprechen mit dem Baby unterstützt die Bindung zusätzlich.
  3. Inniges Kuscheln: Sanftes Streicheln und Liebkosen des Babys fördert die Bindung und das Wohlgefühl.
  4. Füttern: Das erste Stillen oder die erste Milchmahlzeit mit der Flasche befriedigen die Urbedürfnisse des Babys.

Bonding Tuch für den Haut-zu-Haut-Kontakt

Als Bonding Tuch wird ein Bauchband bezeichnet, das von der Mutter oder dem Vater übergezogen wird. Das Baby wird darin eingepackt und davon sicher gehalten. Bonding Tücher sind nicht zwingend notwendig, können aber sehr nützlich sein. Werdende Eltern können ihr Tuch mit in die Klinik nehmen oder abklären, ob das Bonding Tuch in der Klinik selbst bezogen werden kann.

Bonding mit einem Tragetuch - Baby und Mutter geniessen die Nähe © Sue Schmid, Bern


Bonding in besonderen Situationen

Kaiserschnitt:
Nach einem Kaiserschnitt sorgen sich werdende Eltern oft, dass sie die erste Zeit nicht für ihr Baby da sein konnten. Auch nach einem Kaiserschnitt ist ein direktes Bonding zwischen Mutter, Vater und Baby möglich. Bereits im Operationssaal legt man der Mutter ihr Baby auf ihre Brust. Eltern sollten sich im Vorfeld informieren, welche Bonding Möglichkeiten in ihrer Klinik angeboten werden.

Ernährung mit der Flasche:
Babys die mit der Flasche gefüttert werden, können genauso gut eine enge Bindung zu ihren Eltern aufbauen. Sie werden auf dem Arm in engem Körperkontakt gefüttert, das regelmässige Bonding in Haut-zu-Haut Kontakt hilft ein Urvertrauen aufzubauen.

Frühgeburt:
Unmittelbar nach der Geburt wird ein Frühgeborenes medizinisch versorgt. Je nach Situation, kann das Bonding vielleicht auch erst ein paar Stunden oder Tage nach der Geburt stattfinden. Auch da gibt es immer wieder neue Möglichkeiten ein Re-Bonding zu ermöglichen. Dabei wird das Baby gebadet und nass auf die Haut der Mutter oder des Vaters gelegt und mit einem Bonding Tuch zugedeckt.

Bonding beim Baby durch den Vater:
Wenn Väter das Bonding nach der Geburt übernehmen, legen sie sich ihr Baby auf die nackte Brust. Durch Körperkontakt und Kommunikation findet das Bonding statt. Das Baby kann den Vater bereits jetzt von anderen Personen unterscheiden: Seine Stimme hat es im Mutterleib gehört und erkennt diese nun tatsächlich wieder. Väter können sich mit dem Kind auch ganz nah an den Kopf der Mutter heransetzen, um so die ersten gemeinsamen Momente zu dritt zu geniessen.

Das Bonding beginnt schon im Mutterleib und die ersten Momente nach der Geburt sind prägend für das Baby. Das Bonding Tuch simuliert die Situation im Mutterleib, das Gefühl sicher gehalten zu werden. Das Bonding wird fortgesetzt, wenn Eltern ihr Baby trösten, mit ihm kuscheln, es füttern und umsorgen. Das Baby baut eine intensive Eltern-Kind-Beziehung auf. Es erfährt Sicherheit und kann in ein glückliches, mit Liebe erfülltes Leben starten. Bonding ist kein isoliertes Erlebnis, sondern ein lebendiger Prozess.

Autorin: Sue Schmid (freischaffende Hebamme, Bern / Hebammenpraxis in Bern

"Als freischaffende Hebamme liegt mir das Thema Bonding sehr am Herzen. Bis heute dufte ich viele Geburtskliniken beraten und das Bonding Tuch erfolgreich einführen und das Bonding institutionalisieren."

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