Stillen in der Öffentlichkeit

Stillen in der Öffentlichkeit © Iryna / AdobeStock.com

Obwohl das Stillen die natürlichste Art ist, ein Baby mit Nahrung zu versorgen, wird das Stillen in der Öffentlichkeit noch immer und von vielen Zeitgenossen als pietätlos empfunden. Die Reaktionen reichen von irritierten Blicken bis hin zum eindeutigen Verweis aus Lokalitäten.

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Bargelegte Brüste werden in unserer Gesellschaft in erster Linie mit Sexualität assoziiert. Eine Frau, die ihrem Kind in aller Öffentlichkeit die Brust gibt, hat zwar nur wenig mit einer eindeutig sexuellen Handlung gemein, in den Köpfen spielen sich jedoch genau jene Bilder ab, die, so offen zur Schau gestellt, Ekel und Ärgernis erregen. Das Ganze geht sogar so weit, dass Mütter beschämt und pflichtschuldig frühzeitig ihre Kinder abstillen, weil das Stillen allein im geschützten Raum der eigenen vier Wände sie sonst zu sehr einschränken würde. Das muss nicht sein! In unseren aufgeklärten Zeiten können stillende Mütter den Kritikern selbstbewusst begegnen und so für eine grössere Akzeptanz in der Öffentlichkeit sorgen.

Aber auch wenn du selbst zu denen gehörst, die die eigenen Brüste lieber bedeckt lassen, musst du auf das Stillen unterwegs nicht verzichten. Stillen ist und bleibt die beste Art der Nahrungsaufnahme für dein Baby. Das weiss nicht nur die Wissenschaft und deshalb darf diese Feststellung auch als unverrückbares Argument für dich und deine Umgebung gelten.

Ich würde ja gern auch unterwegs stillen, aber...

Frauen, die sich mit dem Stillen in der Öffentlichkeit selbst eher schwertun, können sich langsam an das Thema herantasten, indem sie anfänglich an explizit dafür ausgewiesenen Orten stillen, in Rückbildungskursen oder Stillgruppen zum Beispiel. Hier können Hemmungen abgebaut und das selbstbewusste Stillen aufgebaut werden. Später in der Öffentlichkeit eines Parks oder Restaurants kannst du das Stillen so diskret halten, dass es gar nicht grossartig auffallen muss. Auch wenn du unsicher bist, darfst du dich niemals diskriminieren und der Örtlichkeit verweisen oder Richtung Abstellkammer und Ähnlichem schicken lassen. Lokalitäten, in denen so mit stillenden Müttern umgegangen wird, solltest du ganz einfach meiden.

Stillen in der Öffentlichkeit - so funktioniert es am besten

  • Die richtige Kleidung sorgt für praktisches und diskretes Handling, also nichts Hochgeschlossenes, sondern eher Shirts und Blusen oder spezielle Stilloberteile
  • Achte auf die Anzeichen für Hunger bei deinem Baby wie etwa Schmatzen und Suchen. So kannst du verhindern, dass es sich lautstark bemerkbar macht und die Aufmerksamkeit auf euch lenkt
  • Wenn es dir lieber ist, setze dich seitlich vor eine Wand oder in eine geschützte Ecke
  • Du kannst deine Brust und das Baby auch mit einer Jacke, einem Tuch oder einem Schal vor aufdringlichen Blicken verbergen

Die von einer Hebamme entwickelte Gratis-App für das Smartphone: mamamap zeigt dir öffentlich zugängliche Stillorte in deiner Nähe.

Wer partout nicht öffentlich stillen möchte - diese Tricks umgehen das Abstillen

Bevor du ganz auf Flaschennahrung umsteigst, solltest du lieber versuchen, die Milch für unterwegs abzupumpen. Allerdings kann das Pumpen aufwendig sein und dein Baby muss sich erst an den Sauger gewöhnen. Je besser ihr in der häuslichen Umgebung schon eingespielt sein, umso leichter kannst du den Rhythmus deines Babys auch auf ausserhäusliche Unternehmungen übertragen. Füttere dein Baby ruhig noch einmal, bevor ihr aufbrecht. So hält es oft bis zu drei Stunden durch, ohne dass du es anlegen musst. Für den dringenden Fall kannst du dann immer noch ein Fläschchen parat haben.

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