Muttermilchmangel in der Stillzeit: Effektive Tipps

Muttermilchmangel in der Stillzeit © LIGHTFIELD STUDIOS- stock.adobe.com

Viele Mütter sorgen sich, nicht genügend Muttermilch für ihr Baby produzieren zu können. In manchen Fällen ist die Milchbildung durch psychische oder physische Gründe vermindert. Erfahre hier, wie dein Kind auf eine zu niedrige Milchmenge reagiert und welche Massnahmen du dagegen ergreifen kannst.

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Wie äussert sich eine gestörte Milchproduktion?

Ein Mangel von Muttermilch ist ein in der Medizin recht seltenes Phänomen. In der Regel sind andere Ursachen dafür verantwortlich, wenn ein Baby zu wenig Milch bekommt. Zu den häufigen Fehlern beim Stillen gehören beispielsweise eine falsche Anlagetechnik, unregelmässige Stillzeiten oder zu seltenes Abpumpen. Auch können anatomische Fehlstellungen des Kiefers, etwa ein verkürztes Zungenbändchen, den Saugreiz der Kinder schwächen und die Aufnahme von genügend Muttermilch behindern. Wenn Babys nicht ausreichend Milch zu sich nehmen, äussert sich das anhand folgender Symptome:

  1. Das Kind ist dehydriert. Dies führt zu einem trockenen Mund und stark dunklem Urin. Ein gesundes Baby ist wach und aktiv. Macht sich eine Lethargie bemerkbar oder färbt sich die Haut gelblich und leidet es womöglich unter Fieber, Durchfall oder Überhitzung, so ist es vermutlich dehydriert. Der Gang zum Arzt ist hier dringend angeraten.

  2. Die Anzahl an vollen Windeln kann als Indikator dafür dienen, ob ein Baby beim Stillen ausreichend Milch erhält. Bleiben Windeln in den ersten Wochen zunehmend trocken und leer, bekommt es vermutlich zu wenig Milch.

  3. Ein Neugeborenes verliert in den ersten Tagen rasant an Gewicht. Bis zu 10 Prozent des Gesamtgewichtes liegen dabei noch im Rahmen. Anschliessend sollten Babys kontinuierlich 30 Gramm pro Tag an Gewicht zulegen, sodass das Ausgangsgewicht nach etwa zwei Wochen wieder erreicht ist. Verlieren Kinder innerhalb der ersten Tage zu viel Gewicht und bleibt die Gewichtszunahme innerhalb der ersten Wochen aus, solltest du umgehend einen Arzt konsultieren.

Medizinische Gründe für eine geringe Milchproduktion

Nicht immer sind falsche Techniken beim Stillen für eine unzureichende Versorgung mit Muttermilch verantwortlich. Auch medizinische Probleme können für die Bildung von zu wenig Milch sorgen. Mit einfachen Massnahmen lässt sich das Problem oft nicht beheben. Durch die Beseitigung des Kernproblems lässt sich die Muttermilchproduktion meist wieder anregen. Folgende Erkrankungen kommen in Frage:

  • Polyzystisches Ovarial-Syndrom
  • Chemotherapie und Brustoperationen
  • Hypophysen-Erkrankung
  • Diabetes mellitus
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Ein zu starker Blutverlust bei der Geburt
  • Progesteron während einer Plazentaretention hemmt die Milchproduktion

Anregung der Milchbildung mit natürlichen Hilfsmitteln

Möchtest du deine Milchproduktion anregen, kannst du auf einige pflanzliche Wirkstoffe zurückgreifen. Bewährt haben sich beispielsweise Samen des Bockshornklees oder Mariendisteln. Sie regen die Produktion des Hormons Prolaktin an, ein Sexualhormon, das wiederum die Produktion von Muttermilch fördert. Beide Wirkstoffe sind oftmals in sogenannten Milchbildungstees enthalten. Auch Fenchel, Anis und Kümmel können dich entspannen und die Milchbildung auf diese Weise anregen.

Alternativ können Milchpumpen in den ersten Tagen nach der Geburt helfen, die Milchproduktion konstant auf einem hohen Niveau zu halten. Mit ihnen lässt sich das Saugverhalten von Kindern beim Stillen nachahmen. Durch Milchpumpen lässt sich die Brust besser entleeren, was wiederum die Bildung von Muttermilch fördert. Mit der Zeit und durch regelmässiges Abpumpen steigert sich die Milchmenge. Schon nach wenigen Tagen sollte die Menge an produzierter Milch deutlich ansteigen.

Wissenswertes rund ums Stillen

Der Mythos, ein Glas Sekt oder Bier solle die Produktion von Milch anregen, hält sich leider wacker. Er gehört allerdings ins Reich der Märchen, da Alkohol in jeglicher Form das Hormon Oxytozin hemmt und die Milchproduktion sogar verringert. Der Griff zu Hausmitteln ist in den meisten Fällen ohnehin obsolet, oft reicht schon die Anpassung des Stillverhaltens.

 

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