Zäpfchen geben - leicht gemacht

Eltern ist es manchmal unangenehm, ihrem Kleinkind ein Zäpfchen zu geben, weil sich das Kind oft mit grossem Geschrei gegen dieses Medikament wehrt. Bedenken solltest du allerdings, dass diese Darreichungsform den Magen schont. Zudem wirken zahlreiche Medikamente erst im Darm und das Zäpfchen bringt die Substanzen gezielt und schnell dorthin, wo sie benötigt werden. «Zäpfchen geben» ist gar nicht so schwer, wenn du einige Tipps berücksichtigst.

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Wie gebe ich dem Kind das Zäpfchen?

Je weniger das Kind von dem Zäpfchen spürt, umso weniger wird es sich bei der nächsten Anwendung verweigern. Bei schon etwas grösseren Kindern verhältst du dich am besten so, wie wenn «Zäpfchen geben» etwas ganz alltägliches oder sogar «cooles» wäre. Also möglichst kein grosses Theater daraus machen und auch nicht betonen, dass das Kind tapfer sei, wenn es diese Tortur überstehe, etc.

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Besonders einfach lässt sich dieses Medikament einführen, wenn du es - noch in der Verpackung - in deinen Händen oder mit warmem Wasser etwas erwärmst, dadurch wird es weicher, kann leichter eindringen und dein Kind spürt weniger davon. Babycreme oder Babyöl solltest du nicht auf das Zäpfchen geben, da diese Mittel die Wirksamkeit beeinträchtigen können. Nutze evtl. etwas Wasser, damit das Zäpfchen etwas geschmeidiger wird. Gut bewährt hat sich für die Verabreichung bei grösseren Kindern, wenn sich dein Kind auf dem Elternbett hinlegen darf. Am besten legt es sich in die seitliche Lage und zieht seine Beine zur Brust. So kannst du das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran, in den Enddarm einführen. Danach kurz noch die Pobacken etwas zusammendrücken, damit das Zäpfchen nicht wieder heraus rutscht - schon ist die Anwendung erledigt.

Zäpfchen geben - worauf sollten Eltern bei Babys achten?

Kinder empfinden das Zäpfchen-Geben meist als unangenehm. Du solltest also verständnisvoll und behutsam vorgehen, aber das Zäpfchen trotzdem möglichst ohne grossen Aufhebens geben. Je weniger das Kind vom Zäpfchen spürt, umso weniger wird es sich bei der nächsten Anwendung verweigern. Bei schon etwas grösseren Kindern verhältst du dich am besten so, wie wenn «Zäpfchen geben» etwas ganz alltägliches wäre.

Ist das Kind noch sehr klein, kann das Zäpfchen auch in der Rückenlage eingeführt werden. Die Beine werden hierfür von den Eltern angewinkelt. Grundsätzlich haben diese Medikamente ein spitze und eine stumpfe Seite. Auch wenn es verlockend ist, die schmalere Seite zuerst einzuführen, weil anzunehmen ist, dass das viel leichter geht, gehört die stumpfe Seite zuerst in den Darm. So kann das Medikament nämlich nicht so schnell versehentlich oder mit Absicht wieder heraus gedrückt werden, was gerade beim Kleinkind nicht selten der Fall ist. Das Medikament sollte auch so weit eingeführt werden, dass man es mit der Fingerspitze nicht mehr ertasten kann. Keine Sorge - das dauert wirklich nur einige Sekunden!

Zäpfchen nicht teilen

Grundsätzlich verschreibt dir der Kinderarzt ein auf das Kindesalter abgestimmtes Medikament, was Wirkstoffe und Grösse angeht. Daher sollte das Zäpfchen nicht geteilt werden. Geteilte Zäpfchen lassen sich übrigens auch wesentlich schlechter einführen, als wenn sie noch ganz sind.

Keine Sorge vor der nächsten Zäpfchengabe - mit diesen Tipps geht es wirklich schnell und stressfrei!

Tipps vom Kinderarzt Dr. Metzler vom Bodensee

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KOMMENTARE (2)



Wozu gibt es eine spitze Seite, wenn Ihrem Rat nach zuerst die stumpfe Seite eingeführt werden sollte? Das höre ich zum ersten Mal und ist für mich nicht einleuchtend.

Katja |

Stumpfe Seite voran? Warum hat das Zäpfchen wohl einen Spitz? Damit es besser und schneller eingeführt werden kann.

Lola |

Zäpfchen sollten bei Kindern tatsächlich mit der stumpfen Seite voran in den After des Kindes eingeführt werden, da torpedoförmige Zäpfchen so seltener wieder herausgleiten: Durch die Zäpfchenspitze wird dem Schliessmuskel weniger Widerstand entgegengesetzt als durch das stumpfe Zäpfchenende. So kann sich der Anus leichter schliessen als bei der herkömmlichen Verabreichungsmethode.

Sandrine vom LetsFamily-Team