Schütteltrauma (Babyschütteln)

Nerven blank? Schüttle niemals dein Baby

Gerade Eltern von einem Schreibaby stehen oft vor der völligen Verzweiflung. Innerlich staut sich die Wut und sie zweifeln an ihren Fähigkeiten. Am liebsten würde man das Kind schütteln, in der Hoffnung, dass es aufhört zu schreien. Genau jetzt musst du unbedingt die Kontrolle über dein Handeln behalten. Ein Schütteltrauma kann sehr schwere Verletzungen hervorrufen und im schlimmsten Fall zum Tod deines Babys führen.

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Wie gefährlich das Babyschütteln ist

Das Gehirn eines Babys ist relativ schwer und noch sehr flüssigkeitsreich. Ruckartige Bewegungen lassen Venen zerreissen, die Blutungen im Gehirn auslösen. Ausserdem können Prellungen und Quetschungen verursacht werden, die zu Ödemen führen. Schwere Schädigungen des Gehirns sind die Folge. Es kann zu Spätfolgen wie Behinderungen kommen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod deines Babys führen.

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In der Schweiz werden pro Jahr ca. 30 Säuglinge und Kleinkinder mit einem Schütteltrauma in Kliniken (Spitäler) gebracht. Bis zu einem Drittel der Kinder sterben an den Folgen eines Schütteltraumas. Hauptauslöser für das Babyschütteln im Affekt ist das unstillbare Schreien des Babys.

Das Schreibaby und die Symptome

Durchschnittlich schreien Babys ein bis zwei Stunden am Tag. Hunger, Müdigkeit, eine volle Windel oder Überreizung kann der Auslöser sein. Doch wie erkennt man ein sogenanntes Schreibaby? Schreit ein Baby drei Stunden am Tag, an mindestens drei Tagen der Woche und das regelmässig länger als drei Wochen, spricht man von einem Schreibaby. In den meisten Fällen beginnen die Schreiattacken mit der zweiten Lebenswoche und halten durchschnittlich drei bis sechs Monate an.

Die Schreiphase beginnt meist in den Abendstunden. Warum es Schreibabys gibt und was die Ursachen sind, ist nicht geklärt. Das Kind lässt sich nicht beruhigen, es verkrampft, läuft rot an, erbricht vielleicht oder es setzt kurzzeitig die Atmung aus.

Nimm dir Zeit zum Durchatmen

Wenn du einen Partner hast, wechselt euch mit der Betreuung ab, sodass jeder eine kurze Auszeit bekommt und Kraft tanken kann. Scheue dich nicht davor, andere Familienmitglieder um Hilfe zu bitten. Bist du allein mit deinem Kind und hast keine Möglichkeit, es kurzfristig von jemandem beaufsichtigen zu lassen, lege dein Baby sicher in sein Bettchen. Dunkle den Raum ein wenig ab, denn das wirkt beruhigend auf das Baby und verlasse die Situation für ein paar Minuten - das ist besser als ein plötzlich unabsichtliches Handeln, was dein Baby in Gefahr bringt.

Du bist nicht allein

Manchmal reicht es bereits, einfach nur ausgiebig über die Situation zu reden und sich Ratschläge von anderen Eltern oder Therapeuten zu holen. Es gibt kostenlose und anonyme Beratungsstellen, an die du dich rund um die Uhr wenden kannst, wie der Elternnotruf der Schweiz unter 0848 35 45 55.

Alle Eltern müssen in die neue Lebenssituation hineinwachsen. Leider ist das Thema Überforderung in bestimmten Situationen mit Kindern immer noch ein Tabuthema unter Eltern. Niemand gesteht sich gerne ein, nicht von Beginn an alles im Griff zu haben. Wichtig ist, in der Schlüsselsituation das Richtige zu tun. Lass dich nicht entmutigen. Denke an die schönen und liebevollen Momente, die du mit deinem Baby hast. Diese schwierige Phase wird vorbei gehen. Versprochen.

 

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