Dürfen Babys mit Blick nach vorne in die Tragehilfe?

Dürfen Babys mit Blick nach vorne in die Tragehilfe? © sweetlaniko - adobe.stocks.com

Sein Baby zu tragen, es ganz nah bei sich zu haben, ist aus vielen Gründen eine gute Idee: Dein Kind wird deine Körpernähe, deinen Geruch und deinen Wärme lieben und sich pudelwohl fühlen, oft sogar selig schlummern. Du hast deinen kleinen Schatz ganz nah bei dir und dabei beide Hände frei, um etwas im Haushalt zu erledigen oder einfach mal in Ruhe ein Buch zu lesen und dir einen Kaffee oder Tee gönnen.

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Sieht man in die Natur, so merkt man: Wir Menschen sind die einzigen, die ihren Nachwuchs im Kinderwagen schieben. In vielen Teilen der Welt, z.B. in Afrika, ist es noch weit verbreitet, dass Eltern ihre Kinder tragen.

Wenn die Kinder noch sehr klein sind, sind sie zufrieden, wenn sie mit dem Gesicht zum Körper von Mama oder Papa getragen werden. Doch was ist, wenn dein Baby immer wacher seine Umwelt wahrnimmt? Es mehr und mehr von der Welt sehen will? Häufig sieht man Eltern, die ihr Kleines mit Blickrichtung nach vorne tragen. Doch das ist aus mehreren Gründen keine gute Idee.

Zum einen ist die Wirbelsäule von Säuglingen noch viel runder als die von Erwachsenen. Oft nehmen sie noch die "Froschhaltung" ein - die Beine werden angezogen und der Rücken zeigt eine deutliche Rundung. Diese Haltung wird nur in der Tragehilfe unterstützt, wenn die Kleinen mit Blickrichtung zu Mama oder Papa getragen werden. Sonst überstreckt die Wirbelsäule leicht und das kann sich negativ auf die Babyentwicklung auswirken.

Zum anderen ist die Position mit Gesicht nach vorne problematisch und schädlich für das Hüftgelenk und die Gefässversorgung deines kleinen Schatzes: Die Beine hängen nach unten, das Kleine sitzt nicht mehr in der ergonomisch sinnvollen Hock-Spreiz-Stellung. Als Faustregel gilt: die Babyknie sollten etwas über dem Po positioniert sein.

Auch der letzte Punkt wird oft vergessen: Wird ein Kind nach vorne getragen, so hat es bei zu vielen Reizen kaum eine Möglichkeit sich wegzudrehen, um diese Eindrücke erst einmal in Ruhe in der Nähe von Mama oder Papa zu verarbeiten. Babys, die nach vorne getragen werden sind ihrer Umwelt schutzlos ausgeliefert. Selbst den neugierigsten unter ihnen wird es irgendwann einmal zu viel! Trägst du dein Kind hingegen mit Blickrichtung zu dir, kann es sich bei Bedarf wegdrehen.

Kinder, die schon etwas älter sind und für längere Zeit sich mit dem Rumpf stabil halten können, sind oft auf dem Rücken glücklich. Bei kurzen Strecken können Babys auch auf der Seite getragen werden. In beiden Fällen entscheiden die Kinder selbst, wann es ihnen zu viel wird, und wann es mehr von seiner Umgebung sehen will. Auch für die Tragenden ist diese Tragevariante von Vorteil: Das zunehmende Gewicht ist auf dem Rücken, quasi als süsser Rucksack, viel besser zu stemmen als nach vorne, wo der Beckenboden und der Rücken zu sehr belastet werden.

Ganz klar: Für die Babyentwicklung gibt es nichts Besseres als viel Körpernähe. Eine Tragehilfe ist daher eine tolle Alternative oder Ergänzung zu Kinderwagen und Buggy. So können auch viele Treppen oder unwegsames Gelände erwandert werden. Auch bei Zugfahrten ist eine Tragehilfe super praktisch: Beide Hände sind frei fürs Gepäck, während der Nachwuchs selig schlummert. Und selbst im härtesten Winter kannst du mit dem Baby nach draussen, vorausgesetzt, du trägst es nah bei dir. So wird es von dir gewärmt, auch bei den eisigsten Temperaturen. Und du kannst dich mit Hilfe einer Tragejacke auch im Winter frei bewegen!

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