Warum ist das Streicheln so wichtig?

Kinder brauchen Nähe. Dies zeigt sich bereits im Säuglingsalter, da der direkte Kontakt zur Bezugsperson ein Grundbedürfnis von jedem Baby ist. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass das Streicheln nicht nur die Bindung stärkt, sondern bewusst eingesetzt werden kann, um Schmerzen vom Kind zu lindern, die es beispielsweise beim Arzt erfährt.

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So wichtig ist das Streicheln für dein Baby

Menschliche Nähe, Zuneigung und Geborgenheit gelten als die Grundbedürfnisse jedes Menschen und vor allem von Babys. Liebevolle Berührungen, Kuscheln und Zärtlichkeiten zeigen deinem Kind, dass du da bist und haben eine beruhigende Wirkung. Kinder, die im Säuglingsalter wenig oder gar keine emotionale und körperliche Nähe erfahren haben, weisen häufig Entwicklungsdefizite auf, die sich bis ins Erwachsenenalter auswirken. Streicheln stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Kind. Nicht umsonst streicheln Eltern ihre Kinder in den meisten Fällen intuitiv. Kaum ein Elternteil kann während der Babypflege darauf verzichten, zu kuscheln und die Kinder mit Streicheleinheiten zu verwöhnen. Eine Studie hat nun gezeigt, dass Streicheln das Stressempfinden von Babys reduziert und sich darüber hinaus auf deren Schmerzempfinden auswirkt.

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Frühgeborene wachsen mit viel Streicheleinheiten besser

Werden Frühchen häufig berührt oder gestreichelt, wachsen sie schneller und nehmen um ein Drittel mehr an Gewicht zu als Frühgeborene, die nur in ihrem Brutkasten liegen. Man hat ausserdem herausgefunden, dass die nach einem Hautkontakt freigesetzten Botenstoffe auf die gleichen Gehirnbereiche wirken wie Medikamente, die gegen Depressionen eingesetzt werden. Deine aufgelegte Hand oder liebevolle Berührungen schenken ihm Sicherheit und Geborgenheit.

Die Wirkung von Streicheleinheiten auf das Schmerzempfinden beim Baby

Um das Schmerzempfinden der Kinder zu untersuchen, wurde deren Hirnaktivität während einer Blutabnahme gemessen. Jedes zweite Kind wurde während des schmerzhaften Vorgangs mit einer Bürste gestreichelt. Das Resultat der Studie war, dass die Säuglinge, die während der Blutabnahme gestreichelt wurden, deutlich weniger Aktivität in der für das Schmerzempfinden zuständigen Hirnregion zeigten, als jene, die nicht gestreichelt worden waren. Dies liegt an den sogenannten C-Nervenfasern, die zum Gehirn gerichtet sind. Sie werden durch das Streicheln aktiviert und reduzieren dadurch die Schmerzreize.

Streicheln hat also nicht nur innerhalb der Babypflege einen positiven Effekt. Den Besuch beim Kinderarzt kannst du deinem Baby erleichtern, indem du ihm viel Zuwendung und liebevolle Berührungen schenkst, während es zum Beispiel eine Spritze bekommt.

Viel falsch machen kannst du beim Streicheln gegen den Schmerz nicht. Die ideale Streichelgeschwindigkeit liegt, laut der Wissenschaftler, die die Studie durchführten, bei drei Zentimetern pro Sekunde. Trotz dieser Vorgabe musst du jedoch nicht die Zeit zählen, da Eltern instinktiv die richtige Geschwindigkeit beim Streicheln ihres Babys einstellen. Mach es also so, wie auch du es gerne hättest!

Fazit aus der Studie

Es ist wichtig, dass du deinem Baby im Alltag viel Zuneigung und Liebe schenkst. Streicheleinheiten, zum Beispiel in Form einer Babymassage, stärken eure Bindung und du gibst deinem Kind viel Sicherheit. Durch die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse kannst du deinem Kind jedoch auch Arztbesuche leichter machen. Steh ihm bei, wenn es beispielsweise eine Spritze bekommt oder der Arzt Blut abnehmen muss. Sprich ihm gut zu, berühre es und streichle die Schmerzen weg. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob du ein Problem damit hast, bei den notwendigen medizinischen Verfahren zuzusehen. Schau einfach weg und zeige deinem Schatz, dass du an seiner Seite bist.

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