Hygiene beim Baby: Wie viel Sauberkeit braucht's?

Schon bevor das Kind geboren wird, werden Vorbereitungen fürs Baby getroffen: Flaschen werden ausgekocht, Wäsche bei 90 Grad gewaschen, Oberflächen werden desinfiziert. Doch zu viel Hygiene kann auch das Gegenteil bewirken, mahnen Experten. Wie sauber muss es im Haushalt wirklich sein, wenn ein Baby einzieht? Wie oft müssen Flaschen und Nuggis ausgekocht werden und was passiert, wenn das Krabbelkind unterm Sofa Brösmeli entdeckt und mampft?

Wie viel Sauberkeit braucht es?

Gut gemeint ist nicht immer gut: Zuviel Sauberkeit und Hygiene schadet selbst einem reifen Neugeborenen. Experten wissen, dass der Kontakt zu Mikroorganismen wichtig ist, um eine gesunde Haut- und Darmflora zu entwickeln. Bereits im Weg durch den Geburtskanal kommt der Säugling mit Keimen der Mutter in Kontakt. Genau diese Flora auf Haut, Schleimhäuten und im Darm schützen das Kleine vor Keimen, die krank machen. Doch davor sollen doch auch Desinfektionsmittel und Co. schützen? Was ist also notwendig und sinnvoll, wenn es um die Babypflege geht?

Du bist gut beraten, wenn du dich an folgende Regel der Babypflege hältst:

Hände waschen

Du solltest deine Hände insbesondere nach dem eigenen Toilettengang, dem Windelnwechseln, oder nach einem Ausflug im Freien mit Wasser und Seife gründlich waschen.

Im Krankenhaus finden Besucher oft am Zimmereingang bereits Desinfektionsmittel. Diese sind an diesem Ort auch sinnvoll, da im Krankenhaus andere und zum Teil gefährliche Keime lauern.

Eltern von Frühgeborenen sollten zudem auf grössere Hygiene achten, da Frühgeborene empfindlicher sind, als Babys, die zum Geburtstermin reif auf die Welt kommen.

Brust vor dem Abpumpen abwaschen?

Zum Abpumpen muss die Brust bzw. die Brustwarze nicht vorher abgewaschen werden. Wichtig ist aber, die Hände vor dem Abpumpen oder der Brustmassage ausgiebig mit Seife und warmem Wasser zu reinigen. Nutze zudem saubere Geräte und sterilisierte Aufbewahrungsbehälter.  

Nuggis abspülen, Fläschchen reinigen

Vor dem ersten Gebrauch macht es Sinn, den Nuggi und die Fläschchen und Sauger auszukochen. Fällt der Schnuller kurz auf den Boden, reicht es, ihn mit klarem Wasser abzuspülen. Eltern sollten vermeiden, den Nuggi selbst abzulecken, um ihn zu säubern. So können Keime und Karies auf das Kind übertragen werden.

Bei längerem Gebrauch des Schnullers oder starker Verschmutzung ist ein erneutes Abkochen ratsam.

Flaschen und Sauger sollten nach Gebrauch unmittelbar mit heissem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Zum Trocknen können sie Kopfüber auf einem Handtuch stehen. Ist die sofortige Reinigung einmal nicht möglich, empfiehlt sich erneutes Auskochen, um Keimen vorzubeugen.

Milch sollte erst kurz vor dem Trinken in der Flasche zubereitet werden. Möchtest du Milch für unterwegs mitnehmen, empfiehlt es sich, abgekochtes Wasser in einer Thermosflasche und die richtige Pulvermenge im Schoppen oder in einem Behälter separat mitzunehmen.

Boden regelmässig reinigen

Wird der Sprössling mobiler und beginnt zu krabbeln, wohnt er auf dem Boden. Dieser sollte daher sauber gehalten werden. Ein spezieller Reiniger ist aber nicht nötig; ein milder Essig- oder Allzweckreiniger reicht aus. Achte wegen der Verschluckungsgefahr auf herumliegende Kleinteile!

Alles in den Mund - ist das gesund?

Eine Portion Spielplatzsand als "Zwischenmahlzeit" ist zwar ekelig, aber vorerst kein Grund zur Sorge. Die Magensäure der Kleinsten tötet bereits die meisten Keime. Treten Durchfall und/oder Erbrechen auf, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden.

ACHTUNG bei Lippenherpes!

Erwachsene mit Lippenherpes sollten besondere Massnahmen treffen: Die Infektion ist hochansteckend und kann für Kinder mit Neurodermitis oder einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden. Betroffene Betreuungspersonen des Babys, die gerade an Lippenbläschen leiden, sollten einen Mundschutz tragen und die Hände - besonders auch nach dem Auftragen von Salbe auf die Bläschen – gut desinfizieren.

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