Corona-Impfung in der Schwangerschaft

Corona-Impfung als Schwangere @ velishchuk - AdobeStock.com

Eine Schwangerschaft ist ein freudiges Ereignis, doch wird die schöne Zeit momentan durch Corona getrübt. Neu wird eine Impfung allen Schwangeren empfohlen. Hier liest du mehr zum Thema.

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Warum gehören Schwangere zur Risikogruppe?

Wenn du schwanger bist, hast du laut einer Studie des Bundesamts für Gesundheit, die gemeinsam mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe durchgeführt wurde, ein erhöhtes Risiko an Corona zu erkranken. Du gehörst damit zu den Personen, die als speziell gefährdet angesehen werden. Der Grund für diese Einstufung sind aktuelle Studien, die einen Hinweis darauf geben, dass Frauen, die ein Kind erwarten, im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Auch das Risiko für eine Frühgeburt kann steigen. Doch das erhöhte Vorkommen einer schweren Erkrankung betrifft nicht alle werdenden Mütter. Frauen, die schwanger und zugleich älter waren, erkrankten zum Beispiel schwerer. Auch Übergewicht oder chronische Vorerkrankungen sind gefährlicher für Schwangere.

Impfkriterien für Schwangere

Anfänglich hat das BAG schwangere Frauen von der SARS-CoV-2 Impfung ausgeschlossen. Das Bundesamt für Gesundheit, die Schweizerische Gynäkologengesellschaft (SGGG) und die Eidgenössischen Impfkommission (Efik) haben am 28. Mai 2021 entschieden, Schwangeren mit Vorerkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes, sowie Berufe mit erhöhter Ansteckungsgefahr) die Coronaimpfung zu empfehlen - neu aber auch allen Schwangeren ohne Vorerkrankungen oder besonderen Risiken. Die Impfung erfolgt erst im 2. oder 3. Schwangerschaftstrimenon und mit einem mRNA-Impfstoff. 

Die COVID-19 Impfung ist allen Schwangeren wie folgt zu ermöglichen:

1. Die COVID-19 Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist allen schwangeren Frauen empfohlen, die eine chronische Krankheit gemäss Kategorienliste besonders gefährdete Personen (siehe Kategorien besonders gefährdete Personen) oder ein erhöhtes Expositionsrisiko für eine Covid-19 Erkrankung aufweisen. Dies nach einer ausführlichen ärztlichen Aufklärung (durch Frauenarzt/-ärztin oder. Hausarzt/-ärztin) mit sorgfältiger Nutzen-Risikoabwägung und schriftlicher Einwilligung.

2. Zudem besteht für alle schwangeren Frauen, welche dies wünschen, die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, ebenfalls nach einer ausführlichen ärztlichen Aufklärung (durch Frauenarzt/-ärztin oder. Hausarzt/-ärztin) mit sorgfältiger Nutzen-Risikoabwägung und schriftlicher Einwilligung.

3. Die Impfung gegen COVID-19 soll nicht im 1. Trimester der Schwangerschaft erfolgen. Wenn eine mRNA Impfungen gegen COVID-19 unbeabsichtigt in der Frühschwangerschaft verabreicht wurde, besteht kein Grund für die Erwägung eines Abbruchs der Schwangerschaft. Es sind weder in Tierversuchen noch bei den bisher bekannten Fällen von Impfungen in der Frühschwangerschaft (über 1000 publizierte Fälle in der oben erwähnten Studie) Schädigungen des Embryos bekannt, und die Abortrate ist nicht erhöht.

4. Für die COVID-19 Impfung muss eine schriftliche Einverständniserklärung der schwangeren Frau und eine Verordnung (durch Fachärztin/-arzt Gynäkologie/Geburtshilfe oder Hausarzt/-ärztin) vorliegen. Die schwangere Frau kann sich dann direkt online in den kantonalen Impfanmeldungs- Webseiten registrieren, damit sie einen Termin für die Impfung erhält. Die Impfpriorisierung wird durch die kantonalen Gesundheitsbehörden festgelegt.

Quelle: gynécologie suisse SGGG, Bern

Schwangere und die Corona-Impfung: sicher oder riskant?

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Impfung für schwangere Frauen besonders riskant sein könnte. Zwar wurden werdende Mütter bisher nicht in klinischen Studien getestet, aber Tierversuche zeigten kein erhöhtes Risiko für trächtige Tiere. 

Stillende Mütter übertragen dieselben Antikörper über die Muttermilch. Dein Baby bekommt auf passive Art und Weise die gleiche Immunität wie du. Wie effektiv die Impfung wirkt, wird gerade noch erforscht. 

Wenn du ein Baby erwartest und eine normale Schwangerschaft durchlebst, musst du zwar aufpassen nicht zu erkranken, aber nicht in Panik verfallen. Wichtig ist, dass du die Hygienevorschriften strikt einhältst, Risikobegegnungen vermeidest und deine Kontakte einschränkst. Gehörst du ohnehin zu einer Risikogruppe, zum Beispiel bei unterschiedlichen chronischen Erkrankungen oder Beschwerden wie Bluthochdruck, sprich mit deinem Arzt des Vertrauens über mögliche Schritte.

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