Wenn die Haut «beisst» und juckt

Juckreiz während der Schwangerschaft ist meist harmlos und normal. Individuell können die Beschwerden sehr unterschiedlich ausfallen. Auch wenn das Jucken zumeist nur lästig ist, kann in seltenen Fällen eine «Schwangerschaftsvergiftung» dahinterstecken.

Warum kann die Haut in der Schwangerschaft stark jucken?

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Hormonelle Veränderungen dürften eine Rolle spielen, dazu kommen die Hautbelastung durch die Dehnung und die gesteigerte Produktion von Schweiss. Durch das Schwitzen entsteht Juckreiz vor allem in Hautfalten, unter der Brust und in der Leistenregion. Zudem ist bekannt, dass sich manche Erkrankungen wie Neurodermitis und systemischer Lupus erythematodes (SLE) in der Schwangerschaft verschlimmern. Frauen mit trockener Haut sind anfälliger für Juckreiz. Es wird angenommen, dass Juckreiz manchmal Ausdruck psychischer Probleme sein kann.

Welche Hautstellen können besonders empfindlich sein?

Besonders häufig sind Bauch, Beine und der Intimbereich betroffen. Manche Schwangere klagen auch über gerötete, brennende und juckende Handflächen und Fusssohlen.

Bei Juckreiz im Intimbereich sollte immer eine Infektion ausgeschlossen werden! Suche in diesem Fall zeitnah deinen Frauenarzt auf.

Was kann ich gegen das Jucken tun?

Hausmittel gegen den Juckreiz sind kalter Quark, der auf die Haut aufgetragen wird und Essigwasser aus zehn Teilen Wasser und einem Teil Apfelessig, mit dem der Körper abgewaschen wird. Gerade bei trockener Haut helfen rückfettende Salben und Cremes sowie Bäder mit feuchtigkeitsspendenden Zusätzen.

Bevorzuge Kleidung aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle, die nicht zu eng anliegt. Eventuell hilft es, auf Weichspüler zu verzichten und ein mildes Waschmittel zu verwenden.

Eine Bodylotion mit Urea (Harnstoff) sowie Polidocanol (erhältlich in Drogerie und Apotheke) kann ebenfalls wirksam den Juckreiz lindern.

Was kann ich tun, wenn es unerträglich "beisst"?

Suche einen Arzt auf, wenn dein ganzer Körper juckt, der Juckreiz unerträglich wird oder Hausmittel nicht mehr helfen! Wenn zusätzlich Übelkeit, Müdigkeit, Gelbsucht (Ikterus), entfärbter Stuhlgang (acholische Stühle) und dunkler Urin auftreten, besteht Verdacht auf eine Schwangerschafts-Cholestase (Gallenstau in der Leber). Dein Arzt untersucht in diesem Fall deine Blutwerte. Für das Kind kann eine unbehandelte Cholestase lebensbedrohlich sein, da vorzeitige Wehen und Blutgerinnungsstörungen auftreten können. Die Behandlung besteht in der Einnahme von Ursodesoxycholsäure (UDCA).
Wenn der Juckreiz harmlos ist, kann dein Arzt Antihistaminika verschreiben. Gegebenenfalls können cortisonhaltige Salben oder Cremes angewendet werden, dies aber nur mit grösster Vorsicht.

PUPP-Syndrom

Das PUPP-Syndrom ist eine Schwangerschaftsdermatose (Hauterkrankung in der Schwangerschaft). Die Abkürzung steht für pruriginöse (juckende) und uritkarielle (Quaddel-ähnliche) Papeln und Plaques. Das Syndrom tritt zumeist während des letzten Drittels auf. Es handelt sich um eine harmlose Erkrankung. Die Hauterscheinungen bilden sich einige Tage nach der Geburt zurück. Gegen den Juckreiz können Salben mit Antihistaminika eingesetzt werden.

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