Gestose: So schützt du dich und dein Baby

Die sogenannte Gestose ist eine Krankheit, die nur schwangere Frauen bekommen können. Doch mit der richtigen medizinischen Behandlung muss sie zu keiner Gefahr mehr für die Schwangerschaft werden. Wir zeigen dir hier, wie du dich und dein Kind vor Gestose schützen kannst und geben dir alle wichtigen Informationen zu der Schwangerschaftserkrankung.

Was ist eine Gestose?

Während die Gestose früher meist nur als Schwangerschaftsvergiftung bekannt war, kennt man die Erkrankung heute auch als Präeklampsie oder Schwangerschaftshochdruck. Sie tritt vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und geht mit verschiedenen Symptomen einher, besonders mit Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und Eiweissausscheidungen im Urin.

Die Schwangerschaftsvergiftung verläuft bei jeder Schwangeren unterschiedlich und so sollte in jedem Fall ein Arzt zurate gezogen werden, wenn erste Anzeichen auftreten. Wird eine Gestose rechtzeitig erkannt und können durch den Arzt entsprechende Gegenmassnahmen ergriffen werden, stehen die Chancen gut, dass Mutter und Kind die Schwangerschaft unbeschadet überstehen.

Insofern die Gestose jedoch einen schweren Krankheitsverlauf annimmt, kann es durchaus zu einer Frühgeburt kommen. Wird sie hingegen gar nicht erkannt oder erst viel zu spät, kann sie im schlimmsten Fall sogar zum Tod von Kind oder Mutter führen, wie es oft in Entwicklungsländern vorkommt.

Eine schwerer verlaufende Form der Präeklampsie ist das HELLP-Syndrom. Es handelt sich dabei um eine nachlassende Funktion der Leber und eine damit verbundene Blutgerinnungsstörung. Oft muss die Schwangerschaft hierbei sofort durch einen Kaiserschnitt beendet werden. Heute versucht man jedoch bei früh erkannten Erkrankungen, die Schwangerschaft so lange zu erhalten, wie es die Versorgung des Kindes zulässt.

Übrigens ist die Bezeichnung der Schwangerschaftsvergiftung mittlerweile veraltet, denn früher nahm man an, dass dieser Erkrankung einer Vergiftung zugrunde liegt.

Risikofaktoren von Schwangerschaftshochdruck

Etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen erleiden bei uns in der Schweiz eine Gestose. Die Ursachen sind bis heute leider nicht eindeutig geklärt, doch immer mehr rückt nun die Genetik ins Blickfeld der Mediziner. Man weiss mittlerweile, dass schwangere Frauen, deren Mutter an einer Gestose litt, ein rund 25 Prozent höheres Risiko haben, ebenfalls daran zu erkranken. Waren Schwester und Mutter betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit bereits bei ca. 35 Prozent. Auch Fälle in der Familie des Vaters gelten als Risikofaktoren, wobei sich hier auch noch keine genauen Risikoberechnungen angeben lassen.

Das Risiko für eine Gestose wird ausserdem erhöht, wenn die Schwangere entweder sehr jung ist oder bereits ein Lebensalter von 35 Jahren überschritten haben und so zu den Spätgebärenden zählen. Auch stark übergewichtige Frauen zählen zu den Risikogruppen einer Schwangerschaftsvergiftung - ebenso wie Frauen mit Nierenerkrankungen und Diabetes. Zusätzlich wird sie noch durch Faktoren wie übermässiger Stress und hohe seelische Belastungen während der Schwangerschaft begünstigt.

Vorbeugende Massnahmen einer Gestose

Zunächst ist es selbstverständlich wichtig, dass du alle Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt regelmässig wahrnimmst. Achte ausserdem darauf, ob sich Wasser in deinen Beinen oder Händen einlagert und ob dein Gesicht unter Umständen aufschwemmt.

Bei Wassereinlagerungen in den Beinen, kannst du effektive Gegenmassnahmen ergreifen, indem du einfach die Beine hochlagerst. Achte darauf, dass deine Füsse höher liegen als dein Becken. Auch Wechselduschen können Linderung bei geschwollenen Beinen verschaffen. Damit dein Blutdruck in den Beinen angeregt wird, solltest du dich zudem ausreichend bewegen.

Ausreichend Entspannung ist eine weitere Massnahme, um Bluthochdruck in der Schwangerschaft zu vermeiden. Überlaste dich nicht im Beruf oder bei den Planungen rund um die Geburt, Gönne dir immer wieder zwischendurch kleine Pausen, um zur Ruhe zu kommen.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung wird natürlich allen Schwangeren ans Herz gelegt. Droht bei dir eine Gestose, werden die Mediziner wahrscheinlich den Verzehr eiweisshaltiger Lebensmitteln empfehlen, wie zum Beispiel Fisch, Käse, Milch, Nüsse und Hülsenfrüchte. Hungert dein Körper während der Schwangerschaft nach Eiweiss, werden automatisch zu viele andere Reserven angegriffen - was eine erste Warnstufe der Gestose sein kann. Damit dein Körper die Proteine auch verwerten kann, solltest du in Form von Vollkornbrot oder Kartoffeln zusätzliche Kohlenhydrate zu dir nehmen.

Während einer Schwangerschaft befinden wir Frauen uns in einer besonderen Situation, die uns nicht selten viel Kraft kostet. Gönne dir daher genügend Ruhe und Entspannung und achte auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Nimm alle Vorsorgeuntersuchungen regelmässig war und kontaktiere bei einem ersten Verdacht auf eine Gestose unbedingt deinen Arzt - nicht nur dir sondern auch deinem Baby zuliebe.

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