Wenn das Baby zu früh kommen will...

Bei etwa jeder dritten Schwangeren treten einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin Wehen auf. Sie sind oft ein Zeichen dafür, dass das Baby nun tiefer in das Becken rutscht. Sie kommen oft aus heiterem Himmel aber du kannst viel tun, um eine tatsächliche Frühgeburt zu verhindern.

Echte Wehen oder doch nur Übungswehen?

Vorzeitige Wehen wirken auf den Muttermund. Der Muttermund wird weicher, der Gebärmutterhals verkürzt sich und das Kind rutscht tiefer ins Becken. Um die 36. Schwangerschaftswoche herum, ist das völlig normal, denn es handelt sich um Senkwehen. Meist fühlt sich die Frau danach deutlich wohler, weil wieder mehr Platz im Oberbauch zur Verfügung steht. Treten frühzeitige Wehen auf, kannst du anhand von drei Fragen selbst herausfinden, ob es sich um echte Wehen handelt:

  1. Sind es nicht mehr als 10 bis 15 Kontraktionen, verteilt auf 24 Stunden?
  2. Kommen sie unregelmässig? Also spürst du zwei Kontraktionen im Abstand von beispielsweise 20 Minuten, danach ist aber für Stunden wieder Ruhe?
  3. Wird dein Bauch zwar hart, aber du spürst keine Schmerzen?

Kannst du diese Fragen dreimal mit"ja" beantworten, handelt es sich meistens um normale Übungswehen. Wir eine Frage hingegen mit "nein" beantwortet, können es durchaus vorzeitige, echte Wehen sein.

Vorzeitige Wehen vorbeugen

Vorzeitige Wehen sind oft auf zu viel körperlichen oder seelischen Stress der Mutter zurückzuführen. Zwar ist eine Schwangerschaft natürlich keine Krankheit, aber es herrschen in diesen Monaten trotzdem andere Umstände. Leider gestehen sich dies viele Frauen nicht ein, aber eine Schwangerschaft macht emotionaler und weicher.

Rede deinem Kind gut zu, vor der Geburt noch ein bisschen im Bauch zu bleiben. Dein Ziel sollte es sein, innerlich zur Ruhe zu kommen und deine Seele zu entspannen. Lege öfter kleine Pausen ein, um zu deinem Baby eine innere Verbindung aufzubauen.

Sprich mit ihm ruhig in jeder ungestörten Minute, denn dies kann erstaunlicherweise euch beiden helfen, zu entspannen. Durch ein konsequentes Schonen kannst du deine vorzeitigen Wehen unter Umständen wieder verschwinden lassen und selbst ein verkürzter Gebärmutterhals kann hierdurch wieder stabiler und länger werden.

Bettruhe: Ist sie immer nötig bei einer Wehentätigkeit?

Rund 20 Prozent der frühen Wehentätigkeiten werden ausgelöst durch die Schwerkraft, also weil das Baby stark auf den Muttermund drückt. Natürlich hilft in einer solchen Situation das Liegen - notfalls mit einem erhöhten Becken.

Allerdings hängt ein Grossteil der vorzeitigen Wehen viel eher mit Stress zusammen. Da hilft natürlich auch Ruhe, ob jedoch die Bettruhe selbst dazu beiträgt, ist stark umstritten. Es bringt wenig, wenn du als werdende Mutter nur im Bett liegst, es aber in deinem Kopf trotzdem weiter rotiert. Du musst nicht nur körperlich entspannen, sondern auch deine Seele braucht Erholung.

Was, wenn die Schonung alleine nicht hilft?

In solchen Fällen ist die Medizin gefordert. Um die Gebärmutter wieder zu "beruhigen", werden oft Magnesiumpräparate verordnet, die die Muskulatur entspannen.

In der Klinik wird man versuchen, eine Frühgeburt zu verhindern, insofern die Fruchtblase noch nicht geplatzt ist. Oft kommen dann sogenannte Wehenhemmer (Tokolytika) zum Einsatz. Die Medikamente dürfen nicht länger als zwei Tage und nur zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden.

Viele Tokolytika wirken nicht nur auf die Gebärmuttermuskulatur, sondern sie setzen die Muskelspannung im gesamten Körper herab. Hierdurch wird der Kreislauf schwächer, während der Herzschlag sich erhöht. Bei Herzerkrankungen dürfen daher die meisten Mittel nicht verabreicht werden.

Deine Schwangerschaft ist sicherlich für dich und deine ganze Familie ein besonderes Ereignis und du kannst es wahrscheinlich kaum abwarten, dein Baby endlich in den Armen halten zu dürfen. Eine Frühgeburt sollte aber selbstverständlich so weitgehend wie möglich verhindert. Schone dich ausreichend und gönne dir öfter kleine Pausen. Wenn du Kontakt mit deinem Baby im Bauch aufnimmst, bitte es ruhig, noch etwas mit der Geburt zu warten. Du kannst so dazu beitragen, eine innere Beziehung zu deinem kleinen Sonnenschein aufzubauen. Auch wenn es noch so seltsam klingt: Euer beider Wohlbefinden hängt davon ab, wie entspannt du selbst der Geburt und natürlich eurer gemeinsamen Zukunft entgegensiehst.

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