Was soll ich tun, wenn die Fruchtblase platzt?

Wie verhältst du dich beim Platzen der Fruchtblase (vorzeitiger Blasensprung) richtig? Die Fruchtblase schützt dein Kind und bleibt bis kurz vor der Geburt intakt. Sollte es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen, dann ist es wichtig, unverzüglich die richtigen Massnahmen einzuleiten. Diese hängen von der Schwangerschaftswoche ab und reichen von einer Antibiotikatherapie bis hin zum Einleiten der Geburt.

Die Ursachen für den vorzeitigen Blasensprung

Verletzungen an der Fruchtblase äussern sich durch austretende Flüssigkeit, des Fruchtwassers. Es kommt nicht zwingend zu Wehen, diese können Tage später auftreten oder auch ausbleiben. Sobald du das Platzen der Fruchtblase bemerkst, musst du einen Arzt aufsuchen, am besten ist es, ins Spital zu fahren. Es existieren viele verschiedene Gründe für einen vorzeitigen Blasensprung. Die Ursachen können im Nachhinein nicht immer identifiziert werden. Eine Möglichkeit sind Infektionen, welche am unteren Teil der Fruchtblase auftreten. Diese bleiben im Vorfeld oftmals unbemerkt und können zu einem spontanen Platzen der Blase führen, da die Hülle aufgeweicht wird. Wenn du mit Mehrlingen schwanger bist, dann steigt die Gefahr eines frühzeitigen Fruchtblasensprungs ebenfalls an. Weitere Ursachen sind eine Querlage des Kindes im Bauch, das Ansteigen des Drucks in der Fruchtblase und eine Überproduktion von Fruchtwasser. Schwangere sollten zur Infektionsvermeidung das Scheidenmilieu im Gleichgewicht halten, beispielsweise durch Vermeidung von zu stark parfümierten Duschgels. Gleichzeitig kann durch die Nutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr für einen zusätzlichen Schutz gegen Keime gesorgt werden.

Gefahren - die ist Schwangerschaftswoche entscheidend

Durch Risse und Verletzungen an der Fruchtblase können Keime eindringen. Diese sind ein Risiko für Mutter und Kind. Das Ungeborene kann durch die Krankheitserreger im kontaminierten Wasser in Lebensgefahr geraten und für dich besteht in diesem Fall die Gefahr einer Gebärmutterinfektion. Um eine mögliche Infektion zu vermeiden, kann der Arzt eine Antibiotikatherapie beginnen. Er entscheidet, ob ein Aufenthalt im Spital mit Durchführung der Medikamentenbehandlung oder das Einleiten der Geburt durch wehenfördernde Mittel die geeignete Massnahme ist. In seltenen Fällen und bei nur kleinen Defekten an der Fruchtblase kann sich die Öffnung auch wieder von selbst verschliessen. Hier tritt dann nur wenig Fruchtwasser aus, bis der Vorgang stoppt. Lebensgefährlich wird es, wenn nur wenig Wasser abfliesst, allerdings kein Verschluss der Blase stattfindet. Da kontinuierlich Flüssigkeit produziert wird, kann dieser Fall selbst beim Ultraschall im ungünstigsten Fall nicht auffallen.

Richtiges Vorgehen bei einem Blasensprung

Sobald der Verdacht auf Verletzungen an der Fruchtblase besteht, muss ein Arzt abklären, ob es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelt. Bei kleinen Mengen ist das Wasser häufig nicht vom Urin zu unterscheiden, hier wird ein Schnelltest zur Unterstützung herangezogen. Dieser weist das lgF-1, ein Eiweiss nach. Lackmuspapier kann ebenfalls verwendet werden, dieses verfärbt sich beim Kontakt mit Fruchtwasser blau. Handelt es sich um Fruchtwasser, dann kann durch die Gabe von Cortison die Lungenreifung des Kindes beschleunigt werden. Eine Frühgeburt ist mit Risiken für das Kind verbunden, muss aber in vielen Fällen zum Schutz von Mutter und Kind durchgeführt werden. In Abhängigkeit von der Schwangerschaftswoche wird das geeignete Vorgehen gewählt. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, ist es wichtig, dass du für den Notfall stets eine Vertrauensperson in Reichweite hast. Bleibe bei einem Blasensprung ruhig und lasse dich ins Spital fahren. Je weiter die Schwangerschaft bereits vorangeschritten ist, desto weniger gravierend sind die Auswirkungen bei einer Frühgeburt.

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