Fruchtwasserpunktion

Bei der Fruchtwasseruntersuchung erfolgt eine Punktion der Fruchtblase mit dem Ziel, Fruchtwasser zu entnehmen. Die Untersuchung erfolgt bei örtlicher Betäubung durch die Bauchdecke hindurch. Ziel der Untersuchung ist, ein Gendefekt bei deinem ungeborenen Baby auszuschliessen. Bist du über 35 Jahre alt oder gibt es in deiner Familie eine erbliche Vorbelastung, wird dir die Untersuchung empfohlen.

Warum Fruchtwasser untersuchen lassen?

Mit zunehmendem Alter der werdenden Mutter erhöht sich die statistische Wahrscheinlichkeit, dass das Baby mit einem Gendefekt zur Welt kommt. Dabei kommt das Down Syndrom am häufigsten vor. Die Erkrankung wird auch als Trisomie 21 bezeichnet, da ein Defekt des 21. Chromosoms vorliegt. Bist du 25 Jahre alt oder jünger und schwanger, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby von diesem Gendefekt betroffen ist, bei unter 0,1 Prozent. Wirst du mit 35 Jahren schwanger, ist das Risiko auf 0,3 Prozent angestiegen. Bis zu einem Alter von 48 Jahren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf neun Prozent. Diese statistische Häufung ist der Grund dafür, dass entsprechende Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Zu diesen zählt neben Blutuntersuchungen, bei denen der AFP-Wert bestimmt wird - der Alpha-Feta-Protein-Wert ist das kindliche Eiweiss, welches im Blut der Mutter messbar ist -, auch die Fruchtwasseruntersuchung. Ist dein AFP-Wert in Ordnung, brauchst du nicht zu befürchten, dass bei deinem Baby ein Gendefekt vorliegt. Ein Risiko für das Down Syndrom besteht, wenn der AFP-Wert sehr niedrig ist. In den allermeisten Fällen wird dein Baby dennoch gesund sein. Aufgrund der erhöhten statistischen Wahrscheinlichkeit wird dir dein Arzt eine Fruchtwasseruntersuchung anbieten, wenn du 35 Jahre oder älter bist. Auch auffällig niedrige AFP-Werte und Erkrankungen in deiner Familie sind Gründe, warum du das Fruchtwasser untersuchen lassen solltest.

Wann die Fruchtwasserpunktion durchgeführt wird

Eine Fruchtwasserpunktion wird in der medizinischen Fachsprache als Amniozentese bezeichnet. Die Untersuchung kann ab der zehnten Woche der Schwangerschaft durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine so genannte Frühamniozenteste, deren Risiken höher sind als bei einer späteren Untersuchung. Für diese frühe Untersuchung muss eine dringliche Indikation gegeben sein.

In der Regel wird die Untersuchung zwischen der 13. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Sie erfolgt ambulant in einem Spital unter örtlicher Betäubung. Nach der Untersuchung kannst du nach einer Ruhephase nach Hause gehen. Auf das Ergebnis wartest du in der Regel zwei bis drei Wochen. Es besteht ein sehr geringes Risiko, dass es aufgrund dieser Untersuchung zu einer Fehlgeburt kommt. Dein Arzt wird dich über die Untersuchung sowie über die Risiken genau aufklären.

Der Ablauf Fruchtwasserpunktion

Während der Untersuchung liegst du auf dem Rücken. Die Einstichstelle wird örtlich betäubt. Danach führt der Arzt eine dünne lange Kanüle durch Bauchdecke und Gebärmutterwand ein. Der gesamte Ablauf Fruchtwasserpunktion wird mittels Ultraschall überwacht, denn der Fötus darf nicht mit der Nadel in Berührung kommen. Es werden etwa 10 bis zwanzig Milliliter Fruchtwasser entnommen.

Um die Chromosomen eliminieren und untersuchen zu können, muss im Labor eine Kultur angelegt werden. Dies erklärt die relativ lange Zeitspanne zwischen Untersuchung und Untersuchungsergebnis. In einigen wenigen Fällen ist es möglich, dass die Zellen der Kultur nicht wachsen, dann müsste der Test nochmals durchgeführt werden. Vor der Untersuchung musst du keine Angst haben, denn in den allermeisten Fällen ist das Ergebnis negativ. Dies bedeutet, dass dein Baby gesund ist.

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