Wie erkläre ich meinem Kind die Geschlechtsteile?

Tipps zum Umgang mit Sexualthemen bei Kindern

Bei neugierigen Kinderfragen zu den Geschlechtsteilen, fällt es einigen Eltern schwer, auf die Schnelle passende Antworten zu finden. Wir zeigen dir hier, wie du deinem Kind die korrekten Begriffe altersgerecht näherbringen kannst.

Kinder kennen (noch) keine Schamgefühle!

Kinder beginnen spätestens im Kindergartenalter damit, sich und den eigenen Körper zu erkunden und diesen auch gegebenenfalls zur Schau zu stellen. Für ein Kind ist dies völlig normal, denn in diesem Alter kennen die Kleinen noch kein Schamgefühl.

Natürlich gibt es für die weiblichen und männlichen Genitalien zahlreiche Bezeichnungen - da sind wir Menschen ja sehr kreativ. Lange poetische Aufzählungen müssen an dieser Stelle daher wohl nicht unbedingt folgen. Es ist wichtig, dass ein Kind von vornherein die richtigen Namen der Geschlechtsorgane kennt. Der Kopf ist ja schliesslich auch der Kopf und kein Ballon, so wie der Arm ein Arm ist und kein Greifling. Warum sollte der Penis dann also ein Piepmatz sein und die Scheide die Schnecke?

Es ist nun mal so und dein Kind wird sich nichts Schlimmes dabei denken, wenn du die Bezeichnungen deutlich aussprichst. Du musst dabei ja nicht gleich eine hochwissenschaftliche Ebene einschlagen und deinem dreijährigen Sohn etwas von einer Vagina oder Vulva erzählen.

Es ist aber trotzdem wichtig, dass du zum richtigen Zeitpunkt mit deinem Kind sprichst, und zwar auch in der richtigen Sprache, denn bei Kindern können Missverständnisse in diesem Bereich schnell zu Irrtümern führen. (Die Hoden beispielsweise aus Spass als "Eierlein" zu bezeichnen, kann beispielsweise bei einem Kind zu der Vorstellung führen, dass daraus ein kleines niedliches Küken schlüpfen könnte.)

Etwas Fantasie ist erlaubt bei der Namensgebung

Auf die Frage, welche Bezeichnungen die pädagogisch wertvollsten Namen sind, gibt es keine pauschale Antwort. Wichtig ist nur, dass dein Nachwuchs die jeweilige Benennung später nicht dazu führt, dass sich dein Kind zum Gespött machen könnte oder ausgegrenzt wird. Achte auch darauf, dass der Ausdruck deinem Kind nicht das Gefühl gibt, sein eigener Körper sei eine Tabuzone, indem du die Genitalien in irgendeiner Hinsicht namentlich abwertest.

Natürlich ist etwas Fantasie bei der Namensgebung erlaubt. Ob nun die Mumu, das Schnäbi, Pfiifli, Lulu oder Schnecke - oft helfen solche Bezeichnungen uns Eltern, die äusseren Geschlechtsorgane etwas zu verniedlichen. So klingen die Ausdrücke nicht gleich allzu schroff und uns Erwachsenen kommen diese Namen einfach in der Regel leichter über die Lippen.

Oft erinnern wir uns an unsere eigene Kindheit

Es hängt tatsächlich auch mit unseren Erfahrungen aus der eigenen Kindheit zusammen, welche Ausdrücke wir für die Geschlechtsteile gegenüber unseren Kindern verwenden. Wer selbst als Kind gleich Penis und Scheide sagte, wird auch bei den eigenen Kindern wenig Hemmungen haben.

Fazit: Bleibe immer schön entspannt

Egal, für welche Bezeichnung der Geschlechtsteile du dich entscheidest: Du selbst darfst bei deren Verwendung kein Unbehagen spüren. Es hilft nichts, deinem Nachwuchs die Namen Scheide und Penis beizubringen, wenn du diese selbst nur mit Überwindung nutzen kannst. Dahinter würde dein Kind zwangsläufig dahin tendieren, weniger offen über die Genitalbereiche zu sprechen. Somit erschaffst du deinem Kind gegenüber schnell ein Tabuthema, wenn auch unbeabsichtigt.

 

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