Wenn Kleinigkeiten zu grossen Dramen werden...

Eltern erleben es oftmals überraschend, dass Probleme, die an einem Tag in der Kindererziehung noch nicht vorhanden waren, plötzlich zu grossen Machtkämpfen werden. Das ist in der Entwicklung eines Kindes begründet. Dabei solltest du dir als Elternteil immer vor Augen halten, dass diese Machtkämpfe, die du mit deinem Kind plötzlich ausfechten musst, keine böse Absicht des Kindes sind. Die Kindesentwicklung schreitet schubartig voran und irgendwann erkennen sich Kinder als autonome Wesen mit eigenem Willen.

Dein Kind kann noch keine Rücksicht nehmen

Gerade dann, wenn du überrascht bist von dem Theater, dass dein Kind wegen aus deiner Perspektive "Kleinigkeit" macht, solltest du bedenken, dass dein Kind keine bösen Absichten verfolgt. Kinder entdecken im Laufe ihrer Entwicklung schnell, dass sie eigenständige Wesen sind. Sie möchten ihren Willen - auch gegen die Eltern - durchsetzen. Das gesunde Mass für das Erreichen ihrer Ziele haben sie allerdings noch nicht gelernt. Das heisst, dass eine Kleinigkeit - wenn du deinem Kind also beispielsweise keine Süssigkeit mehr gibst - dazu führt, dass dein Sohn oder deine Tochter zur Durchsetzung des eigenen Willens schreit, sich auf den Boden wirft und andere Verhaltensweisen für die Durchsetzung der eigenen Wünsche nutzt. Kinder wollen Eltern damit nicht ärgern, sondern sich nur in der Durchsetzung ihrer Wünsche testen.

Erziehung ist kein Machtspiel

Bedenke immer, dass ein Streit, der sich aus solchem unangemessenen Verhalten entwickelt, ein Machtkampf bedeutet. Das ist aber das Gegenteil von Erziehung. Kindererziehung heisst nicht, dass sich Eltern mit den Kindern messen und einen Machtkampf ausüben, sondern dass sie Regeln aufstellen, weil sie die Erwachsenen im Zusammenleben sind. Das heisst, dass du auf das Toben und Schreien deines Kindes nicht mit deinem Mittel - dem Schimpfen oder Bestrafen - reagieren solltest. Anders und angemessener und vor allem, ohne einen Machtkampf mit deinem Kind einzugehen, verhältst du dich, wenn du ruhig bleibst. Dabei solltest du konsequent bleiben. Dein Kind möchte nur erleben, was es mit seinem Aufstand bei dir bewirken kann. Du hast hier die Wahl, dich auf den Machtkampf einzulassen, den Kinder mit den Eltern eingehen wollen oder ruhig und konsequent bei deiner Vorgabe zu verbleiben, dabei aber liebevoll und verbindlich zu sein.

Das "Nein" als Kampfansage vermeiden

Mit dem "Nein" schaffst du bei deinem Kind Gegenwehr und Unmut. Besser als ein "Nein" reagiert dein Kind vermutlich, wenn du ihm eine Alternative vorschlägst. Also nicht jetzt ein Stück Schokolade, aber nach dem Essen. Du entschärfst damit die Situation, nimmst deinem Kind den Wind für den weiteren Aufstand aus den Segeln und setzt dennoch um, was du möchtest. Je weniger du das Wort "Nein" benutzt und gegen Alternativformulierungen austauschst, umso weniger Angriffsfläche gibst du Kindern für Wutanfälle.

Manchmal bringt die Erziehung Eltern an die eigenen Grenzen. Schon wenige Verhaltensänderungen in der Kommunikation kann die Situation oftmals entschärften. Versuche einfach, dein Verhalten zu verändern und damit das deines Kindes auch zu beeinflussen.

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