Tipps für "schlechte" Esser

Sätze wie "Das schmeckt mir nicht!" oder "Ich habe keinen Hunger!" sind zwei typische Aussagen, die wohl viele Eltern zu hören bekommen. Doch was, wenn das Kind seinen Teller regelmässig stehen lässt? Wir haben für dich hier wertvolle Tipps zum Umgang mit "Gemüseverweigerern" und "schlechten Essern" zusammengestellt.

Kinderernährung: Wenn das Kind ein ungewöhnliches Essverhalten entwickelt

Wenn wir von einem schlechten Essverhalten sprechen, zielt dies meist auf ein Kind ab, das sich entweder viel zu ungesund ernährt oder einfach zu wenig isst. Natürlich sind beide Situationen für Eltern meist belastend, denn eine ausgewogene Ernährung ist bekannterweise enorm wichtig für die Gesundheit. Wo einseitiges, fettiges und ungesundes Essen im Alltag oft noch von den Aussenstehenden übersehen wird, wird spätestens dem Kinderarzt ein über- oder untergewichtiges Kind auffallen. Dieser ist in der Regel auch der Erste, der die Eltern bewusst auf die bestehende Problematik hinweist.

Doch auch für dich selbst ist der offensichtlichste Indikator für eine mangelhafte Nahrungsaufnahme natürlich ebenfalls die Entwicklung von Gewicht und Grösse deines Kindes. Der Arzt wird zunächst überprüfen, ob die Ursachen für eine Gewichtsab- oder -zunahme durch eine mögliche Erkrankung verursacht werden könnte. Kann er dies ausschliessen, sind die Eltern gefragt, denn diese müssen sich nun in gewisser Weise rechtfertigen. Um die Problematik in Angriff nehmen zu können, müssen zunächst die Ursachen herausgefunden werden.

Schlechtes Essverhalten: Die möglichen Ursachen

Liegt bei deinem Kind ein ungewöhnliches Essverhalten vor, kann dies vielerlei Gründe haben. So ist es möglich, dass dein Kind seelische Probleme belasten. Dabei geht es nicht nur um Kinder, die zum sogenannten "Frustessen" neigen, sondern auch um diejenige, die an einer andauernden Appetitlosigkeit leiden. Zoff mit den Eltern oder der besten Freundin, schlechte Noten oder ähnliches können einem Kind im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen schlagen.

Aber auch wenn Kindern andauernd Zwischenmahlzeiten angeboten bekommen, zügelt dies den Appetit bei den Hauptmahlzeiten drastisch. Hierbei solltest du nicht nur an Süssigkeiten denken, sondern auch Säfte oder Kakao haben einen starken Sättigungseffekt.

Darüber hinaus ist es denkbar, dass bei den Mahlzeiten am Familientisch eine unruhige Atmosphäre herrscht, was das Kind daran hindert, sein Essen zu geniessen. Klärt Probleme bitte nicht beim Essen. Auch ein hoher Lärmpegel, ein ständiges Aufstehen oder anregende Gespräche sollten bei den Mahlzeiten unbedingt vermieden werden.

Nicht selten kritisieren Eltern eine einseitige Ernährung bei Kindern. Isst die Tochter nur Nudeln oder mag der Sohn nur Brot mit Butter, befinden wir uns in einem innerlichen Widerspruch. Es wird erwartet, dass Kinder alle notwendigen Mineralstoffe und Vitamine durch gesunde Kohlenhydrate, Gemüse und Obst erhalten. Doch während der kindlichen Entwicklung taucht dieses einseitige Essverhalten immer wieder phasenweise auf und ist völlig normal. Die Situation wird sich schneller lösen, wenn möglichst wenig Aufsehen darum gemacht wird.

Hier findest du Spielregeln für ein gesundes Essverhalten!

So schaffst du es, dass sich dein Kind gesund ernährt?

Es ist wichtig, dass du selbst für dein Kind ein Vorbild bist. Lebe das Essverhalten, was du dir von deinem Kind wünschst, auch deinem Kind konsequent vor. Auch wenn dein Kind zwischendurch immer noch sein Essen ablehnt, solltest du dich davon unter keinen Umständen demotivieren lassen.

Bringe abwechslungsreiche Gerichte auf den Tisch und denke auch daran, dass das Auge immer mit isst. Besonders lustige Verzierungen wie Gesichter oder Augen auf der Wurst oder das Bananenboot lassen Kinderaugen erstrahlen und machen gleich Lust auf mehr. Kinder müssen Neues bis 10x probieren, bis sie wirklich etwas mögen oder halt nicht.

Druck oder Zwang ist bei einem schlechten "Essverhalten" absolut kontraproduktiv, denn wenn du dein Kind dazu zwingst, bestimmte Dinge zu essen, wird es genau diese Sachen ablehnen. So kann es passieren, das ein übergewichtiges Kind dazu neigt, heimlich zu naschen oder eher dünne Kinder eine noch stärkere Abneigung gegen das Essen entwickeln.

Tipp: Die meisten Kinder mögen es, beim Kochen helfen zu dürfen – sie freuen sich über Erfolge beim Schneiden vom Gemüse und so wird auch zwischendurch immer mal wieder ein kleines Stück im eigenen Mund landen. Doch auch das fertige Gericht schmeckt gleich viel besser, wenn man beim Einkaufen mitentscheiden durfte, was es zu Essen gibt und man sich dann sogar auch noch selbst als Koch versuchen durfte.

Ein gesundes Kind würde niemals freiwillig verhungern. Der Appetit deines Kindes kann phasenweise sehr unterschiedlich sein. Solltest du natürlich starke Bedenken haben, bespreche die Problematik am besten beim nächsten Termin mit deinem Kinderarzt.

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