Resilienz - die wichtigsten Faktoren der inneren Stärke

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Unsere Kinder stehen schon in jungen Jahren vielen Aufgaben auf dem Weg zum Erwachsen werden gegenüber. Sie müssen sich durchsetzen können, sei es im Kindergarten, auf dem Spielplatz oder später in Schule und Beruf. Dafür benötigt unser Nachwuchs eine gute Resilienz. Doch wie entsteht sie und was können wir Eltern dafür tun? Wie du dein Kind innerlich stark machst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Was ist Resilienz?

Resilienz wird die Fähigkeit eines Menschen bezeichnet, Rückschläge und Krisen als Anlass dafür zu nehmen, sich selbst weiterzuentwickeln. Im Grunde kann man die Resilienz auch als psychische Widerstandsfähigkeit bezeichnen. Verwundbarkeit ist genau das Gegenteil davon. Es gibt sieben Faktoren, die darüber entscheiden, wie resilient ein Mensch ist:

1. Optimistisches Denken
Ein resilienter Mensch glaubt, dass sich Dinge wieder zum Positiven wenden können. Er tut dies, weil er sich eine bestimmte Situation nicht nur schönredet und dadurch versucht, sie zu verharmlosen, sondern viel eher aufgrund von Tatsachen.

2. Emotionen lenken
Eine hohe Resilienz bedeutet, die eigenen Emotionen steuern zu können. Wer eine hohe Resilienz besitzt, ergreift die richtigen Massnahmen dafür, dass es emotional für ihn bald wieder bergauf geht.

3. Schicksale beeinflussen
Resiliente Menschen schaffen es, verschiedene - teils auch kritische Situationen - selbst ändern und beeinflussen zu können. Sie haben ihr eigenes Leben fest in ihren Händen und verfallen in keine Opferrolle.

4. Impulse kontrollieren
Ein resilienter Mensch schafft es, selbst unter grossem Druck seine Impulse zu steuern und dass sowohl im Alltag, als auch in emotionalen Situationen. Sie bringen auch unbeliebte Arbeiten konzentriert und zielorientiert zu Ende.

5. Kausalität analysieren
Man nimmt sich Zeit, den Dingen genau auf den Grund zu gehen und Situationen zu analysieren. Resiliente Personen kennen die Gründe für ihre negativen Gefühle, was es ihnen möglich macht, entsprechende Gegenmassnahmen zu ergreifen.

6. Ziele verfolgen
Die eigenen Ziele werden stets mit hoher Disziplin verfolgt, auch Rückschläge können dabei nicht entmutigen. Der resiliente Mensch kann aber auch gleichzeitig gut einschätzen, wann es an der Zeit ist, ein verfolgtes Ziel aufzugeben, denn sie schauen stets den Tatsachen ins Auge.

7. Empathie entgegenbringen
Empathie ist resilienten Menschen kein Fremdwort. In der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir uns in die Gefühlswelt und Gedanken anderer Menschen hineinversetzen können. Wir können so unser Gegenüber besser einschätzen, wir lernen die Bedürfnisse kennen und holen die Person genau da ab, wo sie grade steht.

Resilienz ist lernbar

Wie stark jeder einzelne der 7 Faktoren ausgeprägt ist, ist unterschiedlich. Somit haben wir die Möglichkeit, bei unseren Kindern bestimmte Situationen genau zu beobachten und dann zu überlegen, welcher der Punkte bearbeitet bzw. trainiert werden muss. Die seelische Widerstandsfähigkeit kann ganz einfach im Alltag gestärkt werden. Dafür haben wir für dich und dein Kind drei einfache Übungen zusammengestellt:

1. Schreibe deine Sorgen auf
Wenn dich was belastet, greife zum Zettel und Stift und schreibe deine Sorgen nieder, denn so kannst du deine Stimmung und dein Wohlbefinden deutlich verbessern. Zudem hat dies einen Effekt, den du wahrscheinlich nur schwer glauben kannst: Du stärkst hierdurch dein Immunsystem! Beim Schreiben kannst du dich deinen belastenden Gefühlen und Erlebnissen mit voller Aufmerksamkeit zuwenden und sie somit aktiv verarbeiten. Schwierigen Episoden werden so schneller und besser abgeschlossen.

2. Unnötige Sorgen: Begegne ihnen mit einem psychologischen Trick
Wir machen uns täglich unnötige Sorgen und dabei begleiten uns ständig negative Gedankenbilder. Obwohl die meisten dieser Sorgen bei genauer Betrachtung oft übertrieben sind, können sie uns dennoch zusetzen. Sie machen uns hilflos und sorgen für einen unruhigen Schlaf. Sobald wir dann wieder etwas besser gelaunt sind, stellen wir fest, dass alles gar nicht so schlimm war und das wir selbst weder schwach noch hilflos sind.

Ein psychologischer Kniff, der besonders wirksam ist, besteht darin, dass du dir deine negativen Gedanken aufschreibst und dich erst etwas später damit auseinandersetzt, nämlich in einem positiven, neutralen Moment. Gehe dabei wie folgt vor:

  • Schreibe die Sorgen und Selbstzweifel deines Kindes auf Karteikarten. Jeder Gedanke erhält ein eigenes Kärtchen. 
  • Sobald dein Kind schlechte Gedanken äussert wie "Ich bin doch doof", bringst du diese zu Papier. Höre nur zu und argumentiere in diesem Moment nicht dagegen.
  • Hat dein Kind einen besseren Moment, nimmst du die Gedankenkarten hervor und rückst diesen zusammen mit deinem Nachwuchs genau zu Leibe. Dein Kind wird sicherlich nun viele Gegenargumente finden, warum der Gedanke falsch oder übertrieben war. Schreibe diese Argumente auf die Rückseite der jeweiligen Karte.
  • Habt ihr zwei oder drei Gedankenkarten gesammelt, kommt die eigentliche Herausforderung: Dein Kind zieht einen Gedanken und argumentiert so rasch wie möglich dagegen. Nach einer Weile und etwas Übung fallen ihm so immer wieder neue Gegenargumente ein, wodurch besonders in schweren Situationen der Stress und die Hilflosigkeit deutlich reduziert wird.

3. Starte gut in den Tag
Worauf freust du dich am heutigen Tag? Uns Menschen kann dies den ganzen Tag versüssen und formt für uns eine kleine Insel des Glücks, mitten in der Hektik des Alltags. Dabei müssen es keine grossartigen Dinge sein. Das Lieblingsessen zum Zmittag oder der gemeinsame Schulweg mit der besten Freundin können schön ausreichend sein. Besonders wenn dein Kind einen mühsamen Tag vor sich hat, lohnt es sich durchaus, bereits im Vorfeld sich einige Dinge bewusst zu machen. Die Stimmung wird gleich besser und man gewinnt gleichzeitig mehr Energie für den Tag.


Resilienz hat absolut nichts mit Bagatellisieren oder Schönreden zu tun - ganz im Gegenteil: Hoch resiliente Menschen erkennen ihre Schwächen, sie schauen den Tatsachen ins Augen und stellen sich auch unangenehmen Situationen. Sie handeln angemessen, wodurch sie selbst ihrer psychischen Gesundheit einen grossen Gefallen tun. Unterstütze dein Kind beim Aufbau seiner Resilienz, denn so erziehst du es nicht nur zu einem starken Erwachsenen, sondern gleichzeitig auch zu einem glücklichen.

 

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