Mein Kind unterbricht mich ständig...

Je älter Kinder werden, desto eigenwilliger werden sie natürlich auch. Besonders im Vorschulalter haben es sich dabei nicht wenige Sprösslinge zur wichtigen Aufgabe gemacht, Gespräche zwischen Erwachsenen zu stören. Sie plappern munter drauf los, ohne dabei in irgendeiner Form Rücksicht zu nehmen. Wie können Eltern dies unterbinden? Warum redet ein Kind überhaupt so oft dazwischen und wie sollten Eltern reagieren? Alles Wichtige erfährst du hier!

Mami, schau mal - aber sofort!

Das folgende Phänomen dürftest du aus deinem Familienalltag wahrscheinlich nur allzu gut kennen: Deine Nachbarin ist zu Besuch und ihr möchtet euch über was Wichtiges unterhalten, aber deine Kinder platzen ständig mitten ins Gespräch und versuchen deine Aufmerksamkeit zu erregen. Schlimmer sind diese ständigen Unterbrechungen natürlich noch bei den wichtigen Telefonaten. Mitunter können solche Situationen wirklich unglaublich anstrengend werden und nerven. Wie können Eltern bei solchen Unterbrechungen reagieren?

Kinder können nicht auf Kommando ruhig sein!

Vermutlich ist es ähnlich wie beim Spielen: Dem Kind fällt es schwerer sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren, je kleiner sie sind. Es erfordert von den Kleinen sehr viel Selbstkontrolle, die Eltern nicht zu unterbrechen. Es liegt nun mal im Naturell von Kindern, dauerhaft nach der Aufmerksamkeit der Eltern zu buhlen und intensiv an ihrem Leben teilhaben zu können. Besonders bei Telefongesprächen, bei denen das Kind nicht den Gesprächspartner hören kann, führen schnell dazu, dass sich der Nachwuchs ausgegrenzt fühlt.

So kannst du deinem Kind beibringen, dich nicht zu unterbrechen

1. Lebe es deinem Nachwuchs selbst vor!
Nutze deine Funktion als Vorbild. Was du von deinem Kind erwartest, solltest du schliesslich auch selbst an den Tag legen. Erzählt dir dein Kind beispielsweise die Erlebnisse aus dem Kindergarten, solltest du es ebenfalls nicht unterbrechen beim Reden. So zeugt es von deiner Aufmerksamkeit als Zuhörer und deinem respektvollen Verhalten deinem Kind gegenüber.

2. Kündige Wichtiges an!
Oft können sich Kinder auf ein bestimmtes Verhalten besser einstellen, wenn sie im Vorfeld informiert wurden. So kann es dich vor unerwarteten Fragen in falschen Momenten bewahren, wenn du ein wichtiges Telefonat beispielsweise vorab ankündigst. Dein Nachwuchs kann noch vor dem Gespräch die wichtigen Dinge loswerden und sich dann eine Spielalternative für diese Zeit suchen. Wenn dein Kind versteht, warum Unterbrechungen sehr störend sind, kann es dies auch deutlich bessre nachvollziehen. Somit steigt die Motivation auch automatisch, ein richtiges Verhalten an den Tag zu legen.

3. Gehe den Unterbrechungen auf den Grund
Es kann sein das dein Kind nur stört, weil es gerne in dein Gespräch mit involviert werden will. Bei Fachgesprächen ist dies natürlich sicherlich nur selten möglich. Oft genügt es dann aber schon, wenn du dein Kind auf den Arm nimmst, damit es an dem Geschehen teilhaben kann.

4. Trefft zusammen eine Abmachung
Wähle eine Situation aus dem Alltag und erkläre deinem Kind, dass es etwas Geduld haben muss, wenn du eine Besprechung führst. Wenn es deinem Kind aber wirklich zu lange dauert und es ihm langweilig wird, soll es dir ein leises Zeichen geben - z.B. die Hand auf deinen Arm legen, ohne ein Wort zu sagen. Du wirst sehen - wenn dein Kind ein klein wenig mitentscheiden darf, wird es Erwachsenen-Gespräche geduldiger abwarten!

Was tun, wenn Kinder trotzdem weiter stört?

Wie jedes andere Kind wird sich auch dein Kind sicherlich nicht immer an vereinbarte Regeln halten. Besonders Kleinkindern muss immer wieder erklärt werden, warum bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptabel sind. Wenn sich dein Kind nach wie vor anders verhält als gewünscht, kannst du es beispielsweise vor die Wahl stellen: Entweder es darf sich im selben Raum aufhalten und ist während des Telefonats still, oder es muss solange den Raum verlassen und sich in einem anderen Zimmer beschäftigen.

Ist vor allem die Suche nach mehr Aufmerksamkeit der Grund für die ständigen Unterbrechungen, kann es unter Umständen helfen, genau diese nicht zu schenken. Merkt dein Kind, dass du ständig auf die Störungen reagierst, wird sein Wunsch nach Aufmerksamkeit erfüllt - wenn auch in negativer Art und Weise. Natürlich ist hier trotzdem nicht Ignoranz das Mittel der Wahl. Damit du deinen Kindern nach wie vor respektvoll gegenüber trittst und um ihnen das Gefühl von Interesse zu zeigen, solltest du zumindest einen kurzen Blickkontakt herstellen. Nach dem Gespräch kannst du dann das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit bestens stillen.

Es ist ein langer Prozess zu lernen, was richtig und was falsch ist. Gib deinem Kind dazu genügend Zeit. Dann wird sich auch schon bald dein kleiner Schatz mit einem "Entschuldigung, Mama" an dich wenden.

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