Die Auszeit als Erziehungsmittel?

Die Erziehungsmassnahme des Wegsperrens und damit die Auszeit beim Kind zu erzielen, ist eine gängige Methode, die der Konfliktlösung zwischen Eltern und Kindern dienen soll. Wenn du allerdings weisst, wie viel letztlich in deinem Verhältnis zum Kind wie auch beim Kind selbst durch dieses Verhalten zerstört wird, wirst du schnell von diesem Erziehungsstil abweichen. Mangelndes Selbstbewusstsein und Angst sind nur einige der Folgen, die hierdurch beim Kind entstehen.

Dein Kind fühlt sich bei dieser Massnahme der Kindererziehung schuldig

Geht es um die Kindererziehung, dann sollte das Kind gefördert und nicht erniedrigt werden. Wenn du allerdings bei der Erziehung deines Nachwuchses darauf setzt, dieses wegzusperren und damit mittels Auszeit die Erziehung umzusetzen, wenn etwas nicht nach deinem Wunsch verläuft, schadest du deinem Kind. Der Gedanke, dass Kinder ihr Fehlverhalten überdenken sollen, ist für Kinder nicht nachvollziehbar. Allerdings bekommen Kinder durch diese Erziehungsmassnahme Schuldgefühle und zudem Angst, etwas völlig falsch gemacht zu haben und die Eltern so zu verärgern, dass sie ihre Liebe verlieren. Dass diese Erziehungsmassnahme vermeintlich funktioniert liegt nur daran, dass Kinder aus Angst, weitere Fehler zu machen, sehr zurückhaltend werden. Kinder können oftmals Zusammenhänge zwischen Fehlverhalten und der Nachdenkzeit nicht ziehen - sie haben schlichtweg Angst um deine Liebe. Bei Erziehung als Machtkampf verlieren alle: die Eltern, das Kind, die Beziehung.

Die Folgen vom Wegsperren und der Auszeit

Kinder verlieren ihr Selbstwertgefühl, wenn sie weggesperrt werden, um über Fehlverhalten nachzudenken. Damit haben Kinder das Gefühl, dass sie schlecht und wertlos sind und kritisieren sich umfassend und nicht nur in dem unerwünschten Verhalten. Dazu bedeutet das Wegsperren innerhalb der Kindererziehung für das Kind immer einen Liebesentzug und zwingt es dazu, seine Gefühle selbst zu unterdrücken.

Auch die kindliche Gesundheit leidet unter dem Wegsperren, denn die unterdrückten Gefühle, die Angst und der Liebesentzug lassen ein Kind verkümmern und letztlich sogar krank werden. Das beginnt oftmals mit den klassischen Bauchschmerzen und kann weitere gesundheitliche Folgen haben.

Wenn Kinder weggesperrt werden, findet zudem eine Abhärtung statt. Durch die als Liebesentzug empfundene Erziehungsmassnahme möchten sie sich vor weiteren Verletzungen schützen und du wirst schnell feststellen, dass Kinder damit ihr Einfühlungsvermögen verlieren. Du schadest deinem Kind mit dieser vermeintlich erfolgreichen Erziehungsmassnahme also mehr, als dass du Nutzen erzielst.

Die Alternativen zum Wegsperren

Wenn du mit dem Ortswechsel eine Entspannung der Situation wünschst, dann gibt es nur eine Lösung für euch beide, um diese Entspannung zu erzielen. Verlasse einfach gemeinsam mit deinem Nachwuchs den Ort des Geschehens. An einem neuen neutralen Ort könnt ihr dann gemeinsam über das unerwünschte Verhalten sprechen. Wenn sich die Erwachsenen dabei ruhig verhalten, sind es meist die Kinder, die zu kreativen Lösungen kommen! Dabei bleibt die wichtige vertrauensvolle Basis zwischen Eltern und Kindern erhalten und Kinder haben so nicht das Gefühl, in ihrer Gesamtheit abgelehnt zu werden.

Versuche immer, den Kontakt zu den Kindern zu behalten und diesen nicht das Gefühl zu geben, dass sie als Person abgelehnt werden und aufgrund ihres Fehlverhaltens einen Liebesentzug durch die Eltern erdulden müssen.

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KOMMENTARE



Äusserst einseitiger Text. Es wird eine Theorie genommen, die sicher auch teilweise berechtigt ist und gute Erziehungsinputs liefert, und man schreibt einen Artikel darüber, wie wenn es genau so erwiesen wäre.

Francesco |

Es gibt sicher Auszeiten in Form von "Ruhezeiten", die durchaus berechtigt sind. Jeder Mensch braucht mal ein wenig Luft und Zeit für sich, auch Kinder. Ausserdem kann es für Eltern schwer zu ertragen sein, wenn sich ein Kind nicht beruhigen lässt und seine Wut richtig rauslassen muss. Dies sollte aber nicht in Form von "wegsperren" als Strafe geschehen, sondern als kurze Zeit, damit sich alle beruhigen können. Dazu kannst auch du als Elternteil in ein anderes Zimmer gehen. Wichtig erscheint mir, dass man einfach nachher zusammen darüber spricht, sich evt. entschuldigt und einander zeigt, wie gern man sich hat.

Sandrine vom LetsFamily-Team

Mein Kind (20 Monate) kratzt immer wieder mit seinen Fingernägeln an einem grossen Wandbild und schaut uns dabei noch an. Ein Nein und Schimpfen hilft auch nicht. Deshalb wird sie in das Obergeschoss ein paar Minuten gebracht.
Wenn "wegsperren" keine Lösung ist, was soll dann helfen, dass nicht mehr gekratzt wird?
Sonst nehm ich sie auch von dort weg und spiel mit ihr was, aber ich möchte ja, dass sie aufhört, wenn ich das sage.

Amanda |

Liebe Amanda,  Ablenkung ist wirklich eine gute Idee! Vorher ein bestimmtes und klares NEIN und das Kind vom Wandbild wegnehmen.  Eine KURZE Erklärung,  warum es dies nicht tun darf und dann etwas anderes zum Entdecken vorschlagen. Es braucht sicher noch ein paar konsequente NEINS, aber vermutlich kommst du so schneller zu deinem Ziel und dein Kind wird das interesse am Bild verlieren. Viel Glück! 

Sandrine vom LetsFamily-Team