Zwangsstörungen bei Kindern

Hat ein Kind einen extremen Ordnungswahn, bekommt es Panik wenn eine Handlung nicht ausgeführt werden darf oder möchten sich Kinder immer wieder die Hände waschen, kann womöglich eine Zwangsstörung vorliegen. Experten schätzen, dass rund zwei Prozent aller Kinder von dieser facettenreichen Krankheit betroffen sind.

Was sind Zwangsstörungen?

Gegen Zwänge sind Kinder hilflos. Ein zwangsgestörtes Kind kann beispielsweise nicht damit aufhören, irgendwelche Dinge zu zählen oder zu ordnen. So wird immer wieder neu die Kleidung sortiert oder die Handtücher im Badezimmer werden mehrmals täglich gezählt. Auch Angst ist ein ständiger Begleiter, denn die Kinder stellen sich andauernd schlimme Dinge vor oder ekeln sich extrem vor Schmutz und Bakterien. Durch häufiges Duschen oder ständiges Händewaschen versuchen die kleinen Patienten sich davon zu befreien und letztendlich dient dieser Teufelskreis dazu, schreckliche Gefahren oder schlimme Ereignisse zu verhindern oder zu vermeiden.

Kinder in der Entwicklung: Ritual oder Zwang?

Jedes Kind hat irgendein persönliches Ritual, welches innerhalb der Entwicklung akribisch ausgeführt wird, wie etwa das alltägliche Sortieren der Kuscheltiere oder beim Laufen das Zählen der Gehsteigplatten. Diese Gewohnheiten sind völlig normal wie auch notwendig und im Alltag werden die Kinder hiervon kaum behindert. Vielleicht ist dir auch schon irgendeine Marotte bei deinem Kind aufgefallen und du fragst dich nun, wann aus einem harmlosen Ritual ein Zwang werden kann und wann dieser die Entwicklung deines Kindes im schlimmsten Falle sogar behindern könnte.

Experten sprechen erst dann von einer Zwangsstörung, wenn Kinder durch diese Handlungen erheblich in ihrem Leben beeinträchtigt werden, das Wesen des Kindes sich verändert und wenn sie sich zurückziehen. Ein zwangsgestörtes Kind weiss zwar, dass sein Tun unsinnig ist, kann es aber trotz dessen nicht bleiben lassen. Diese Zwänge können ein Kind enorm einschränken und einengen, sodass die Kleinen gar nicht mehr sie selbst sein können und oft sogar die Kindererziehung der Eltern scheitert. Solche Zwangsstörungen tyrannisiert über kurz oder lang den gesamten Familien- und Freundeskreis der Kinder.

Wie du deinem Kind helfen kannst

Während die Krankheit bis vor rund 15 Jahren noch sehr unbekannt war und quasi als unheilbar galt, kann den Patienten heutzutage vor allem durch die guten Fortschritte auf dem Gebiet der kognitiven Verhaltenstherapie geholfen werden. Doch hier spielt in erster Linie das Alter der Kinder eine Rolle, denn erst ab 6 oder 7 Jahren lässt sich eine solche Verhaltenstherapie erfolgreich durchführen. Vorher werden sehr stark die Eltern mit in die Therapie integriert. Eines ist allerdings in jedem Fall sicher: Je eher du dich an Fachleute wendest, desto besser und schneller kann man euch auch helfen. Zudem können so auch andere Ursachen für den Zwang deines Kindes ausgeschlossen werden.

Bleibt eine Therapie aus, kann die Zwangsstörung durchaus bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Zögere also nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zwänge können mittlerweile mit psychotherapeutischen Massnahmen gut behandelt werden. Darüber hinaus hilft eine Verhaltenstherapie deinem Kind im besten Fall sogar, selbstsicherer zu werden, um zukünftig seinen eigenen Weg solide und vor allem gesund alleine gehen zu können.

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