Wenn Kinder trotzen

Jedes Kind im Alter von 2-3 Jahren durchlebt die Trotzphase. Das Ereignis gehört zu den anstrengenden Phasen in der Erziehung, gilt aber als eine der Schlüsselerlebnisse in der persönlichen Entwicklung des Kindes. Wie reagieren Mutter und Vater am besten auf die Trotz-Anfälle, welche sich meist jeglicher Logik entziehen?

Wie reagieren in der Trotzphase?

Schau die schwierige Phase als Entwicklungsschritt an, denn dein Kind wird dadurch reifer. Wenn vor Wut Tränen kullern und jedes Trösten oder jeder Vorschlag von dir alles nur noch schlimmer machen, gilt es zwar konsequent zu bleiben, aber auch Liebe und Zuneigung sowie Respekt zu bewahren. 

Es bringt schon viel, wenn du auf Trotz mit Geduld und Gelassenheit reagierst... wir haben dir hier 11 Tipps für Trotz-Kind Eltern zusammengestellt. Vielleicht hast du selber auch noch Tipps, die du gerne weiter geben möchtest und schreibst diese unterhalb des Artikels ins Kommentarfeld rein - wir würden uns freuen.  

Wichtig ist auch in dieser Phase das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken und Freiheiten oder Selbständigkeiten einzuräumen, um Stress zu vermeiden. Ausserdem hilft es dir, wenn du mehr Zeit für tägliche Erledigungen einplanst - so wird meist das Eskalieren der Situation vermieden.

Trotzphase als Belastung für Eltern

Eltern sollten das Verhalten des Kindes nicht als gegen die eigene Person gerichtet verstehen. Das erleichtert es Mutter und Vater, mehr Geduld an den Tag zu legen. Allgemein ist es empfehlenswert, so wenig Regeln und Verbote wie nötig aufzustellen. Diese sollten jedoch konsequent, gewalt- und schreifrei eingehalten werden.

Kreativität hilft meist, ein "Nein" mit einer Alternative zu untermauern. Wenn sich dein Kind in seiner eigenen, selbstbestimmten Welt ausprobieren kann, sorgt das für eine entspannte Situation. Ein kleines Beispiel: Das Kind will Süssigkeiten essen, es hatte aber schon genug davon. Deine Reaktion könnte wie folgt aussehen: «Süssigkeiten gibt es keine mehr, wenn du magst, dann kann ich dir ein Himbeer-Finger (auf jeden Finger wird eine Himbeere gesteckt) oder ein Bananen-Delphin (in Banane ein Delphin-Gesicht schneiden) anbieten, etc.

Passende Erziehung fördert Selbstbewusstsein

Der Hintergrund der Autonomiephase (Trotzphase) ist eine wachsende Beziehungsfähigkeit und Selbstbestimmung - also nichts, was man dem Kind übel nehmen sollte. Wer zu stark auf die emotionalen Schwankungen reagiert, zeigt dennoch eine gewisse Angreifbarkeit, welche das Kind noch weiter motivieren zu trotzen. Zum Selbstbewusstsein gehört auch der Fakt, dass man sich wahrnehmen, einschätzen und etwas für die Erfüllung der Ziele tun muss. Dies gilt für Eltern und Kind. Eine demokratische Erziehung mit Erklärungen, z.B. warum die dick gefütterte Jacke jetzt besser ist als die dünne Lieblingsjacke, ist wichtig für die Entwicklung. Wenn die Mutter in einer emotional geladenen Phase nur kühl auf ihre Autorität setzt, ist dies für das Kind unverständlich.

In passenden Situationen darfst du auch mal kalkuliert klein beigeben: Z.B. darf dein Kind die Gummistiefel an einem Sommertag bei 28 Grad anziehen, wenn es das unbedingt will, erkläre ihm jedoch, dass du ihm keine Ersatzschuhe auf den Spielplatz mitnehmen wirst. 

Schlimmer Wutausbruch

In Situationen, in denen all deine Ideen und Möglichkeiten auf Wutausbrüche stossen, ist es besser abzuwarten, bis sich das Kind wieder beruhigt hat und erst danach kannst du mit ihm seine Reaktion besprechen und sein Verhalten kritisieren.

Mach dir bewusst, dass alle Eltern mit diesen Phasen zu kämpfen haben und nicht nur dein Kind ab und zu "tobt wie ein Monster". Mit Zuneigung und deiner Erziehungslinie erreichst du mehr, als mit immer strengeren und lauter vorgetragenen Regeln.

 

Tags:

Deine Bewertung:

3,4/5 (19 Stimmen)

KOMMENTARE



Meeehr praktische Beispiele bitte....;o)

Olivia |

Gut für Kinder die gehorchen. Nicht für meinen Grossen...

Olivera |

Der Gang zum Spielplatz ist momentan eine Katastrophe, da meine Tochter, die gerade vor einem Monat zwei geworden ist, mir die Hand zum Laufen nicht geben will. Sie setzt sich einfach auf den Boden (oder liegt sogar) und es gibt ein riesen Geschrei. Tragen lässt sie sich auch nicht. Ich habe aber Angst, dass sie mir auf die Strasse rennt denn sie läuft, nicht sie rennt voraus. Tipps??

Danijela |

Liebe Danijela

Vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast Recht, die Gefahr auf der Strasse ist gross. Deine Achtsamkeit und Geduld ist sehr gefragt. 

Wäre vielleicht ein Sicherheits-Lauflernhilfen-Geschirr eine Hilfe? Dieses Geschirr ermöglicht es Kleinkindern, ihre Umwelt sicherer zu erkunden. 

Haben andere Mamis vielleicht Erfahrungen? Kommentare sind herzlich willkommen.

Liebe Grüsse

 

 

Lea vom LetsFamily-Team

Das Problem mit dem nicht an der Hand laufen kenne ich. Vielleicht geht es, wenn Du dem Kind erklaerst, wie gefährlich die Strasse ist, nicht soviel Angst hast, dass es auf die Strasse rennen könnte und zur Sicherheit zwischen der Strasse und dem Kind läufst (das sollte man an sich eh immer machen - so habe ich es zumindest von meiner Mutter gelernt). Man kann ja sehr langsam gehen, mit Bedacht (aufpassen), aber eben dem Kind den Freiraum lassen, dass es alleine gehen darf. Ich finde, meine 1.5 Jahre alte Tochter versteht schon sehr gut, wenn ich Ihr erklaere, dass die Strasse gefaehrlich ist und dass sie aufpassen muss und auf keinen Fall auf die Strasse laufen darf (sie würde es natuerlich machen, weil sie es noch nicht komplett versteht, aber solange ich dabei bin geht das gut). Sie laeuft dann zwar zuerst auch alleine, gibt mir aber oft nach einer Zeit freiwillig die Hand. Ich hoffe das funktioniert auch bei Dir :) Viel Erfolg

Christian |

Hoelfreich ist es auch, bei Tob Aussetzern den Ort beziehungsweise das Zimmer zu wechseln. Und Dan mit Ruhe das Kind mit etwas anderem ablenken. ZB Bild oder was draussen vor dem Fenster passiert. Innig umarmen und dam wieder zurück im Raum x.

Martina |