Laufrad, Roller, Fahrrad: Was ist wann zu empfehlen?

Schon die Kleinsten interessieren sich für Fahrzeuge aller Art. Dreiräder, Roller, Laufrad und später auch das Fahrrad machen aber nicht nur Spass, sondern sie helfen den Kindern gleichzeitig dabei, neue Bewegungserfahrungen für sich zu gewinnen. Welche Lernfahrzeuge für welche Grösse und welches Alter zu empfehlen sind, erfährst du hier.

Rutschautos, Laufräder und Roller bieten deinem Kind wichtige Bewegungserfahrungen

Mit etwa 15 - 18 Monaten erreichen Kinder eine Phase, in der sie sich in unterschiedlichen Bewegungsabläufen ausprobieren. Dabei kannst du dein Kleinkind aktiv unterstützen, indem du ihm die Möglichkeit gibst, dass es sich mit den tollen Bewegungen beim Rollen, Lenken und Drehen auseinandersetzen kann. Mit den ersten sicheren Lauferfolgen auf beiden Beinen werden für ein Kind schon die ersten Fahrzeuge interessant. Sie beginnen auf einer für sie neuen Stufe in der senso- und psychomotorischen Entwicklung, spielerisch ihr Gleichgewicht und die Motorik zu trainieren. In gewisser Weise helfen Erstfahrzeuge sogar dabei, Unfälle zu vermeiden, denn ein motorisch gut geübtes Kind lebt generell sicherer.

Welches Erstfahrzeug für welches Alter / welche Grösse?

Die Kinderfahrzeuge sollten immer entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes gewählt werden, denn ist das Kind nicht in der Lage, das Fahrzeug zu kontrollieren, kann es durchaus zu schweren Unfälle kommen. Die Verletzungsgefahr hierbei ist keineswegs zu unterschätzen.

Der Roller
Sobald dein Kind dem Dreirad entwachsen ist, kannst du es mit einem Roller vertraut machen. Der Roller birgt nur eine geringe Unfallgefahr und er ist ein gutes Bewegungsgerät für das frühe Gleichgewichtstraining. Dein Nachwuchs kann die ersten Erfahrungen beim Kippen und Rollen machen und Geschwindigkeit aktiv erleben. Sobald diese zu gross wird, kann dein Kind einfach abspringen.

Das Laufrad
Kinder sammeln auch mit dem Laufrad ähnlich gute motorische Erfahrungen, wie mit dem Roller. Allerdings kann dein Kind hie nicht einfach so problemlos abspringen, wenn die Geschwindigkeit zu hoch wird. Im Idealfall kannst du mit deinem Kind parallel das Fahren auf beiden Fahrzeugen üben, wobei du das Laufrad besser erst im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren einsetzen solltest.

Das Velo
Ein Velo kommt erst dann infrage, wenn dein Kind sicher mit dem Roller oder dem Laufrad fahren kann. Insofern dein Nachwuchs hier bereits genügend Gleichgewichtserfahrungen sammeln konnte, wird das Fahrradfahren lernen fast von alleine klappen. Verzichte am besten von vornherein auf Stützräder, denn sie führen nicht selten zu schlimmen Stürzen. Die Kinder erreichen damit Geschwindigkeiten, die sie selbst noch nicht kontrollieren können. Sie verlieren die Kontrolle über das Velo so deutlich schneller. Stützräder verhindern ausserdem, dass dein Kind das Rad in den Kurven richtig ausbalancieren kann.

Sicherheitsaspekte dürfen nicht unterschätzt werden

Mehr als 90 % der Vierjährigen Kinder besitzen in der Schweiz schon ein Fahrrad. Entwicklungspsychologen sind sich hier jedoch einig, dass die Kleinen in diesem Alter die Anforderungen, die mit dem Radfahren verbunden sind, noch nicht bewältigen können. Treten, Lenken, das schnelle Reagieren, die hohe Geschwindigkeit, bremsen - viele Kinder sind sogar im Grundschulalter noch oft mit dem Fahrrad im öffentlichen Strassenverkehr überfordert.

Übe mit deinem Kind das Fahrradfahren daher bitte immer nur auf verkehrsfreien Flächen und vergiss niemals den Fahrradhelm!

Die Entwicklung deines Kindes ist entscheidend!

Das Angebot an Kinderfahrzeugen im Handel ist für uns Eltern natürlich unüberschaubar gross und nicht immer ist es daher leicht, ein passendes rollendes Gefährt für den Nachwuchs anzuschaffen. Wichtig ist, dass du deinem Kind nur Fahrzeuge anbietest, die es motorisch und geistig zu 100 % bewältigen und kontrollieren kann. Nur so kannst du schlimme Unfälle vermeiden. Beginne nach dem Rutscher mit einem Roller und lass deinen Nachwuchs bestenfalls parallel noch auf einem Laufrad üben. Erst wenn die beiden Fahrzeuge sicher gefahren werden, ist es an der Zeit für das erste eigene Fahrrad - natürlich ohne Stützräder.

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