Kinder unter Druck

Stress ist äusserst gefährlich für unsere Gesundheit. Natürlich gibt dies nicht nur für uns Erwachsene, sondern auch für unsere Kinder. Unser Nachwuchs ist bereits in jungen Jahren vielen Stress Faktoren ausgesetzt. Doch wodurch wird überhaupt Stress bei Kindern ausgelöst und was tragen die Eltern dazu bei? Wir geben dir hier Tipps für stressfreie Kinder.

Stress beginnt schon im Kinderzimmer

Heutzutage ist jedes sechste Kind und jeder fünfte Jugendliche zu hohem Stress ausgesetzt. Die negativen Folgen sind enorm, denn gestresste Jugendliche und Kinder können sowohl Depressionen und Versagensängste entwickeln, als auch ein deutlich erhöhtes Angstpotential entwickeln. Als entscheidende Ursache für diese Stress-Symptome gilt in erster Linie der fehlende Freiraum der Kinder, der ihnen eine kindliche Selbstbestimmung ermöglicht. Auslöser hiervon sind meist die zu hohen Erwartungen der Eltern an die Kinder.

Konkret bedeutet dies: Knapp die Hälfte der Kinder, die unter erhöhtem Stress leiden, haben Angst, die eigenen Eltern zu enttäuschen und deren Erwartungen nicht gerecht zu werden. Die betroffenen Kinder empfinden und bewerten häufig ihr eigenes Verhalten als negativ und wütend, was beim Nachwuchs wiederum zu Versagensängsten führen kann. Oft sind Kopf- oder Bauchschmerzen, Einschlafschwierigkeiten oder eine ständige Müdigkeit die Folge. Es handelt sich dabei um klassische Symptome, die bei uns Erwachsenen durch einen Burn-out hervorgerufen werden und daher sind es Warnsignale, die von den Eltern wahrgenommen werden müssen.

Wodurch wird Stress bei Kindern hervorgerufen?

Die Stress-Faktoren der Kleinen werden von vielen Gründen beeinflusst, wobei insbesondere zwei Faktoren das Stressempfinden der Sprösslinge beeinflusst. Zum einen wird es von den Kindern und Jugendlichen als negativ betrachtet, dass sie nicht völlig selbstbestimmt eigene Dinge entscheiden dürfen. Der zweite Faktor sind die zu vielen Termine, die bereits in jungen Jahren wahrgenommen werden müssen. Mehr als die Hälfte aller gestressten Kinder empfinden es als äusserst unangemessen, dass sie nur manchmal oder sogar nie nach ihrer Meinung gefragt werden. Auch dass der Nachwuchs in vielen Familien nicht in die Freizeitplanung mit eingebunden wird, kann erhöhten Stress hervorrufen, so seltsam es auch für uns Erwachsene klingen mag. Zudem wird den Kindern nicht immer genügend Freiraum eingeräumt, damit eine gesundheitliche, kindliche Entwicklung möglich ist.

Doch nicht nur diese Faktoren beeinflussen das Stressempfinden der Kleinen. Auch die mediale Dauerbeschallung sorgt, insbesondere bei Kleinkindern, für eine permanente Reizüberflutung, der das kindliche Gehirn einfach noch nicht gewachsen ist. Bei Schulkindern kann dann der hohe Lärmpegel im Klassenraum schnell zum Stressfaktor werden. Spätestens in der Grundschule - meist aber schon in der Kita - entsteht dann auch schon der erste Leistungsdruck und auch mit Gruppenzwang haben die Kinder schon zu kämpfen.

Kinder verlernen sich zu langweilen

In der Regel langweilen sich Kinder oft und schnell. Besonders im Schulalltag kommt dieses Gefühl aber immer weniger auf, denn es steht wesentlich weniger freie Zeit zur Verfügung. Hinzu kommen die Termine, die innerhalb der Familie wahrgenommen werden müssen. Fallen irgendwann die ganzen Termine wie Sportangebote, musikalische Früherziehung usw. weg, muss sich das kindliche Gehirn zwangsläufig etwas überlegen, um diese Lücken zu schliessen. Dies fördert die Kreativität und den Antrieb der Kleinen. Im gewissen Masse ist Stress demnach gut für uns, denn fällt er weg, müssen wir für uns selbst Alternativen finden.

Durch die vielen Termine verlernen Kinder jedoch schnell, wie man sich langweilt. Erziehungswissenschaftler plädieren daher dafür, dass die Kinder ermutigt werden, sich ihre Langeweile eigenständig zu vertreiben und auch selbst zu erkennen, was sie als Nächstes tun wollen.

Tipps für Eltern und stressfreie Kinder

1. Wie hoch sind deine Erwartungen?
Überprüfe als erstes deine eigenen Erwartungen an dein Kind. Nicht selten sind diese zu hoch, was besonders bei dir zu Stress führen kann. Lasse dich nicht in Bezug auf die Förderung deines Nachwuchses von anderen verunsichern, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Dein Kind braucht deine Bestärkung und Druck führt lediglich zu Gegendruck, der die natürliche Neugierde und Lernwilligkeit deines Kindes erstickt.

2. Schaffe für dein Kind Qualitätszeiten
Sei immer achtsam und sensibel mit deinen Bedürfnissen und mit dir selbst, denn nur dann entwickelst du das nötige Gespür für die Gefühle deiner Kinder. Sie brauchen viele Freiräume, in der sie selbstbestimmt genau die Dinge tun können, die ihnen Freude bereitet.

3. Mehr Autonomie
Beziehe dein Kind (im Rahmen der geistigen Entwicklung) in deine Vorstellungen und Pläne mit ein. Erkundige dich ruhig, wie es die vielen ausserschulischen Aktivitäten und Termine findet. Gegebenenfalls könnt ihr dann gemeinsam umplanen. Oft führt nicht die Anzahl der Termine bei Kindern zu Stress, sondern vielmehr der Gedanke, dass sich die Kinder nicht selbst für die Termine entscheiden können.

4. Warnsignale erkennen
Achte immer auf Signale deines Kindes, ob Anzeichen von einer Überforderung vorliegen. Erschöpfung, ständige Müdigkeit, schlechte Laune, aggressives Verhalten oder Schlafschwierigkeiten sind oft wichtige Symptome.

Stressfreie Kinder durch das richtige Verhalten der Eltern

Im Grunde wird der erhöhte Stress der Kinder von einem zu starken Termindruck und den zu hohen Erwartungen der Eltern hervorgerufen. Für eine gesunde Entwicklung benötigen Kinder eine stressfreie Umgebung sowie eine vertraute Atmosphäre. Sie brauchen in ihrem Leben viel Unterstützung und Begleitung - ihrem jeweiligen Alter entsprechend und kindgerecht. Nimm dir unsere Tipps für stressfreie Kinder zu Herzen und versuche so, deinen Kindern eine hervorragende, stressfreie Perspektive für ihr Leben zu schaffen.

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KOMMENTARE



Das fängt doch schon bei den ganz Kleinen an.. kleine Kinder sollen doch einfach am Morgen von selbst aufwachen können und drauflos spielen drinnen und draussen was ihnen gefällt... meiner Meinung nach eine zu kurze Zeit und schon heisst es mit 4 Jahren ab in den Kindergarten.. das ist ja schön und gut aber warum müssen es gleich 4-5 halbe Tage sein? ..

Lis |

Lis spricht mir aus dem Herzen. Ich bin absolut der gleichen Meinung. Im ersten Kindergartenjahr würden 3 Morgen völlig ausreichen.
Die Kinder haben nicht mal recht Zeit, überhaupt aus den Windeln zu wachsen...

Alexa |