Aemtliplan: Tipps für Eltern

Sicherlich ist auch dein Kind gerne ein fleissiger Helfer und möchte dir bei verschiedenen Arbeiten zur Hand gehen, nur eben meistens auf seine eigene Weise. Wie du deinen Nachwuchs dazu bringen kannst, aktiv im Haushalt mitzuhelfen, welche Tätigkeiten sich für welches Kindesalter eignen und wie der aktuelle Aemtliplan auch in Zukunft zuverlässig durchgeführt wird, erfährst du in diesem Artikel.

Wie bringt man Kinder dazu, Mitverantwortung im Haushalt zu übernehmen?

Der Haushalt ist zumindest theoretisch Teamarbeit, bei dem sich jeder an gewisse Familienregeln halten sollte. Doch leider sieht es in der Praxis meist leider anders aus. Oft macht der Haushaltsführende alles alleine, was nicht selten daran liegt, dass wir glauben, Mithilfe sei eine Strafe. Ein Irrglaube, denn es ist vielmehr eine Aufgabe für Kinder, dass sie mithelfen sollen. Schüttle also unbedingt den Gedanken ab, du würdest deinen Nachwuchs bestrafen, wenn du Aufgaben zuteilst. Sei für dein Kind immer ein Vorbild und fluche nicht täglich über die zu erledigende Hausarbeit. Lebe deinem Kind vor, dass man auch mit Spass bei der Sache sein kann und erwarte nicht gleich zu viel. Wenn du dein Kind überforderst, wird schnell die Interesse an der Arbeit zur Neige gehen. Auch wenn dein Kind meint, ihm stünde eine Bezahlung für die Erledigung der Pflichten zu, solltest du unbedingt klar stellen, dass auch Mami und Papi keinen Lohn für die Hausarbeit bekommen und dass ein Zusammenleben ohne gegenseitige Anteilnahme nicht problemlos verlaufen kann.

Was bringt ein Aemtliplan?

Die Übertragung von regelmässigen Aufgaben empfiehlt sich etwa ab fünf bis sechs Jahren.

Für viele Kinder gehört das Aufräumen und Putzen nicht grade zu deren Lieblingsbeschäftigung. Die Erstellung eines Aemtliplans bringt nicht nur für dich zahlreiche Vorteile mit, sondern auch deinem Nachwuchs werden die anfallenden Arbeiten leichter von der Hand gehen. Zum einen muss nicht alles auf einmal erledigt werden und die Kinder können sich ihre Aufgaben besser einteilen. Zum anderen können die Kinder auch nicht "aus Versehen" was vergessen. Jeder im Haushalt bekommt genaue Aufgaben zugeteilt, sodass nicht alles an einer Person hängen bleibt. Darüber hinaus wird deine Wohnung durch die Regelmässigkeit der Reinigungs- und Aufräumarbeiten immer eine gewisse Grundsauberkeit haben. Darüber hinaus lernt dein Kind so, im Alltag Verantwortung zu übernehmen.

Welche Arbeiten eignen sich für welches Alter?

Es gibt zahlreiche altersgerechte Hausarbeiten, die du deinem Kind in der Regel problemlos übertragen kannst. Bereits im Alter von 2 Jahren kann dein Kind dir etwa schon mal die Feuchttücher holen oder kleinere Dinge in den Müll werfen. Mit etwa 4 Jahren ist dein kleiner Liebling dann durchaus schon dazu in der Lage, ab und zu das Haustier zu füttern, die Pflanzen zu giessen oder aber auch das Bett zu machen. Je älter dein Kind natürlich wird, desto anspruchsvoller dürfen die ihm zugeteilten Tätigkeiten werden. Mit 6 bis 7 Jahren kann dein Nachwuchs dir dann beim Unkraut jäten ebenso gut helfen, wie beim Küchentisch abräumen, Gemüse schälen, Staubsaugen und Müll trennen. Je nach Entwicklung deines Kindes solltest du dein Kind ab einem Alter von etwa 9 Jahren in die Geheimnisse der Waschmaschine einweihen, das Auto aussaugen oder auch den Rasen mähen und kleine Mahlzeiten kochen lassen.

Arbeitseinteilung - aber bitte gerecht!

Eine gerechte Arbeitsteilung ist für beide Elternteile wichtig, genauso wie für die Kinder im Haushalt und dennoch ist dieser Punkt oft ein Streitthema. Nicht selten fühlt sich einer der Partner oder der Nachwuchs in den Leistungen nicht bestärkt. Hier kann dir eine systematische Vorgehensweise helfen. Setzt euch zusammen und erstellt gemeinsam spezielle Familienregeln. Sämtliche Aufgaben der Eltern und der Kinder werden anschliessend verbindlich aufgeschrieben. Welche Erledigungen übernimmt welches Familienmitglied freiwillig? Welche Tätigkeiten können abwechselnd erledigt werden? Organisiert euren Alltag so gut wie möglich durch, denn es ist oft von Vorteil, Dinge im Vorfeld zu regeln. Klare Absprachen sind wichtig für dein Kind und eure gesamte Familie. Feste Vereinbarungen verhindern Streit und Frust: "Wer sich um das Kind kümmert, ist danach auch für das Aufräumen zuständig". Stimmt euch als Eltern gemeinsam ab und bezieht auch eure Kinder direkt in die Planung mit ein.

Aemtliplan - Beispiel:

  • Male oder schreibe auf kleine Zettel altersgerechte Tätigkeiten, die im Haushalt anfallen und die du gerne übertragen möchtest (z.B. Tisch putzen, Kochen mithelfen, Tisch abräumen, Spiegel säubern, etc.).
  • Vergib den Tätigkeiten 1-3 Punkte (1 Punkt = 1x wöchentlich zu erledigen, 2 Punkte = 2x wöchentlich zu erledigen, 3 Punkte = mehrmals wöchentlich oder täglich zu erledigen
  • Lass nun deine Kinder (und ggf. deinen Partner/Partnerin) auswählen, welche Hausarbeit(en) wer für diese Woche übernehmen möchte (z.B. eine Tätigkeit mit 1 Punkt, eine Tätigkeit mit 2 oder 3 Punkten)
  • Nach einer Woche werden die Arbeiten neu zugeteilt. Besprecht dann auch im "Familienrat", was gut geklappt hat oder warum etwas nicht erfüllt werden konnte.
  • Eine kleine Belohnung zwischendurch kommt sicher gut an, das kann z.B. ein besonderer Ausflug sein, ein feines Dessert oder ein Spieleabend...
  • Erwarte keine perfekten Ergebnisse und kritisiere die Arbeit des Kindes mit Zurückhaltung. So werden alle Spass am Aemtliplan haben!

Mit einem verbindlichen Aemtliplan lernt dein Kind, Verantwortung zu übernehmen, klare Absprachen einzuhalten und Familienregeln zu akzeptieren und zu respektieren. So wird die Erziehung und euer Familienleben nicht nur stressfreier, sondern es bleibt auch mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens.

Tags:

Deine Bewertung:

5/5 (1 Stimme)

KOMMENTARE