Was kostet ein Kind?

Kinder bringen Freude und Verantwortung mit sich. Wie man diese Verantwortung wahrnimmt hat mit den persönlichen Werten, Prioritäten und dem Rollenverständnis der Eltern zu tun. Diese Vorstellungen haben finanzielle Folgen. Obwohl Kinder nicht mit Franken und Rappen „berechnet“ werden sollen, ist es hilfreich und beruhigend, wenn die Familienfinanzen im Lot sind.

Sie machen sich bei den Einnahmen wie auch bei den Ausgaben bemerkbar. Die Einnahmen können gleich bleiben, sie können sich aber auch halbieren. Bei der einen Familie entstehen grosse Mehrausgaben für die Kinderbetreuung bei der anderen gibt es Budgetposten, die reduziert werden können.

Von der alleinerziehenden Mutter oder dem alleinerziehenden Vater, über klassische Familienmodelle, zu Doppelverdiener Paaren bis zur Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit oder Patchwork Familien ist alles möglich. Die Lebensform kann sich im Laufe der Geschichte einer Familie auch mehrmals ändern.

Eltern wollen nur das Beste für die Kinder. Damit sie sich auf die kommende Zeit und die gemeinsamen Erlebnisse freuen können, sollten sie sich rechtzeitig mit den künftigen Veränderungen auseinandersetzen.

Finanzielle Veränderungen

  • Werden die Eltern gemeinsam für das Familieneinkommen verantwortlich sein?
  • Wie viel Prozent werden sie erwerbstätig sein?
  • Wie und wer wird das Kind betreuen?
  • Braucht die Familie eine grössere Wohnung?

Diese Entscheide betreffen die Finanzen der Eheleute in grossem Masse. Die Familiengründung ist ein guter Anlass, sich einen Überblick über die jetzige und künftige finanzielle Situation zu verschaffen. Das Erstellen eines persönlichen Familienbudgets durch erfahrene Budgetberaterinnen dient als Entscheidungsgrundlage und ist eine realistische Finanzplanung für die kommenden Jahre.

In der Regel steht ein reduziertes Einkommen zusätzlichen Ausgaben gegenüber: Bereits vor der Geburt ergeben sich Auslagen, wie Zimmer einrichten und die nötigen Anschaffungen für das Baby. Die Ausstattung für ein Baby kostet gut und gern ein paar hundert Franken oder mehr. Tipp: Verwandte und Freunde fragen zum Ausleihen oder Babyartikel-Börsen.

Nach der Geburt verschicken die stolzen Eltern Geburtsanzeigen. Ist die Familie wieder zu Hause kommt oft viel Besuch, der verkostet werden möchte. Windeln und Babynahrung müssen eingekauft werden, usw.

Ein Säugling belastet die Haushaltskasse monatlich mit etwa CHF 300.00 bis 400.00: (Erfahrungszahlen von Budgetberatung Schweiz)

  • Nahrungsmittel CHF 60.00 bis 150.00
  • Haushaltnebenkosten (wie Waschmittel etc.) ca. CHF 40.00
  • Windeln und Säuglingspflege CHF 50.00 bis 100.00
  • Kleider ca. CHF 50.00
  • Krankenkassenprämie mit Unfallversicherung CHF 80.00
  • Gesundheitskosten ca. CHF 20.00

Ist ein Elternteil oder beide ganz oder teilweise erwerbstätig, muss die Organisation und die Finanzierung der familienergänzenden Betreuung geklärt werden: Wie bringt Frau/Mann Beruf und Familie unter einen Hut? Was kostet eine Kinderkrippe? Kommt eine Tagesfamilie in Frage? Helfen die Grosseltern mit bei der Betreuung? Die familienexterne Betreuung ist immer ein grosser Posten im Budget einer jungen Familie. Dies hat für viele Familien eine Änderung der bisherigen Lebensgewohnheiten zur Folge, manchmal verbunden mit Einschränkungen zugunsten des Kindes.

Zur Freude der Eltern wachsen ihre Kinder heran, doch ist das gleichbedeutend mit mehr Auslagen für Nahrung, Kleidung, eventuell Arztkosten (Zahnarzt, Optiker), Schule, Freizeit (Sport, Hobbys und Musikunterricht),Taschengeld und später für die Ausbildung. Der finanzielle Spielraum kann schnell eng werden und die Ausgaben übersteigen die Einnahmen im Familienbudget. Je älter die Kinder, desto höher sind die anfallenden Kosten.

Es gibt aber auch finanzielle Unterstützung vom Staat, die Kinder- und Familienzulagen. Besteht im Familienbudget genügend finanziellen Spielraum, so kann der Betrag der Kinderzulagen (oder ein Anteil) auf ein separates Konto einbezahlt werden. Später kann zum Beispiel für das Erlernen eines Instrumentes auf diese Reserve zurückgegriffen werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass bei mittleren und tieferen Einkommen diese Rückstellung für Kinder oft nicht möglich ist. Umso wichtiger ist es, ein Budget zu erstellen und die Ausgaben zu kontrollieren.

Es ist gut, bei jeder Veränderung zu wissen, mit welchen finanziellen Auswirkungen zu rechnen ist. Dazu gibt es hilfreiche Informationen, Merkblätter und Budget-Berechnungsbeispiele von der Budgetberatung Schweiz.

Auch wenn du eine Beratung deiner Nähe von einem Budgetberater/in wünschst, so findest du Kontaktmöglichkeiten bei der Budgetberatung. Ein massgeschneidertes Budget kann dir aufzeigen, wohin die finanzielle Reise deiner Familie geht.

Quelle:
Andrea Schmid-Fischer
Leiterin Budgetberatung Frauenzentrale Luzern
Vorstandsmitglied Budgetberatung Schweiz

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KOMMENTARE



Wieso ist dann in der schweiz kindergeld so klein wieso unternimmt man nichts dafür in Österreich und deutschland ist kindergeld 3 bis 4 mal mehr gross wir eltern sind nicht zufrieden und hier ist das leben sowieso zu teuer

Hodzic Mirnesa |