Freizeit mit Kindern: Kräuter sammeln

Draussen in der Natur unterwegs sein, das macht Kindern und Eltern Spass. Warme Sonnenstrahlen sorgen für gute Laune und die frische Luft tut einfach gut. Selbst an trüben Tagen spendet ein wolkenverhangener Himmel noch viel mehr Licht als jede Lampe.

Draussen etwas zu Sammeln hat den positiven Effekt, dass die Freude am Entdecken und Bewegen geweckt wird. Nach Kräutern suchen, sich über Gefundenes freuen und dabei über Stock und Stein hüpfen - das macht Kinder glücklich und ausgeglichen (und Eltern natürlich auch). Die Natur ist ein Paradies - zahlreiche Kräuter wachsen auf Feldern oder im Wald und warten darauf, entdeckt zu werden. Frisch gepflückt verströmen diese ihr Aroma besonders intensiv und eignen sich für schmackhafte Gerichte oder für ganz tolle Naturkosmetik.

Januar bis März - Heilkräuter im Frühjahr sammeln

Schon im Januar lockt die Natur mit ihren Kostbarkeiten.

Schlehen-Sträucher
Beim Spaziergang im Wald triffst du auf die Schlehen-Sträucher mit den kleinen, schmalen Blättern. Im Frühjahr sind sie mit Blüten bedeckt, später bilden sich blaue Früchten, die optisch an Heidelbeeren erinnern. Die abgekochte Rinde hilft bei Fieber (das Wasser trinken) und ein Schlehenblüten-Tee lässt Verschleimungen abklingen.

Misteln
Im kühlen Februar siehst du an den Bäumen auch Misteln hängen. Sie wachsen in Kugelform und können kalt zu einem Tee verarbeitet werden. Warum als Kaltauszug? Weil sich hierbei die schwach giftigen Stoffe nicht lösen und der kalte Tee, der den Kreislauf in Schwung bringt, ungiftig ist. Der Tee hilft bei Bluthochdruck und soll das Herz stärken.

Schlüsselblume
Im März zeigen sich die Frühblüher - darunter die Schlüsselblume. Die gelben Blüten kannst du als Tee oder Tinktur anwenden, etwa bei Hustenreiz.

April bis Juni - Schmackhaftes und Aromatisches vom Feld oder aus dem Wald

Richtig aromatisch duftet der Bärlauch – Achtung nicht zu verwechseln mit Maiglöckchen! Du erkennst ihn im Wald an den grossen dunkelgrünen Blättern und dem Knoblauch-Geruch. Vermenge pürierten Bärlauch mit Parmesan und Olivenöl sowie Pinienkernen, um ein schmackhaftes Pesto zu erhalten.

WICHTIG: Bärlauch und Maiglöckchen ja nicht verwechseln! Schau hier die Merkmale an:

Brennnessel
Hervorragend auf den Stoffwechsel wirkt die Brennnessel. Im Mai zeigen sich neue zarte Blätter, die du pflücken kannst. Greife dabei beherzt zu, denn so stachelt sie nicht. Als Brennnesseltee entschlackt sie den Körper.

Johanneskraut
Nicht nur als Antidepressivum gilt das Johanneskraut. Das im Juni blühende Kraut soll auch gegen Unruhe und Verdauungsprobleme helfen. Die gelben Blüten, Blätter und Stängel ergeben einen schmackhaften Tee oder bereichern einen Salat.

Juli bis September - Tees aus der Natur

Taubnesseln sehen aus wie Brennnesseln, die Blätter sind aber etwas runder und besitzen keine Nesselzellen. Als Tee wirken Blätter und Blüten positiv auf gereizte Schleimhäute und wirken Entzündungen entgegen - auch als Umschlag.

Heidelbeer-Sträucher oder «Heubeeri»
Im Wald entdeckst du im August die blauen Früchte der Heidelbeer-Sträucher im Wald. Die Beeren schmecken pur angenehm süss-säuerlich und ergeben eine leckere Konfitüre.

Weissdorn
An Wegrändern und Hecken gedeihen im September die Beeren des Weissdorns. Die weissen Früchte kannst du als Tee oder Tinktur anwenden, etwa bei Kreislaufstörungen oder Schlafproblemen.

Oktober bis Dezember - Kräuter für die Hautpflege und Küche

Löwenzahn
Schon kleine Kinder kennen die gelben Blüten des Löwenzahns. Diese kannst du im Oktober sammeln, trocknen, mit Kokosöl mischen und daraus eine wohltuende Gesichtspflege kreieren.

Wegwarte
Bis in den November hinein blüht die Wegwarte blau. Die Stängel wirken recht kahl und wachsen an Wegrändern. Aus der Wurzel kannst du sogar Kaffee herstellen. Dazu schneidest du die Wurzel in kleine Stücke, trocknest und röstest sie. Schliesslich werden die Wurzelstücke gemahlen und nach dem Aufbrühen entsteht ein milder Kaffee.

Liebstöckel
Liebstöckel kennst du vielleicht als Maggikraut. Es besitzt gefächerte Blätter und riecht nach der bekannten Gewürzsosse. Ein Tee aus dem verwilderten Gewürz fördert die Nierengesundheit und soll sogar bei Halsschmerzen oder Ohrschmerzen helfen.

Fazit - die Kräuterküche der Natur nutzen

Das ganze Jahr über bietet die Natur Kräuter, die du entdecken und sammeln kannst. Für schmackhafte Tees, heilsame Tinkturen, für unkonventionelle Gerichte oder Salate und den Kaffee kannst du die Pflanzen nutzen. Sogar eine pflegende Creme ist mit den Kräutern einfach herzustellen. Geniesse die Freude am Sammeln der Kräuter und profitiere von ihren positiven Wirkungen!

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