Familie und Job vereinbaren: Tipps für Eltern

Der Spagat zwischen der Familie und dem Beruf ist nicht immer leicht. Viele Eltern werden vom schlechten Gewissen geplagt, wenn wieder mal wenig Zeit für die Kinder übrig blieb. Wie kann man beidem bloss gleich gut gerecht werden? Selbstzweifel jagen durch den Kopf: "Bin ich eine gute Mutter / ein guter Vater"? Wie kann ich liebevoller, engagierter und entspannter mit der Situation umgehen?

Familie und Job vereinbaren: Tipps für Eltern

Im Grunde schafft es niemand, immer Zeit für die Kinder zu finden und dabei auch noch einen verantwortungsvollen Job zu leisten. Doch eines haben alle Eltern gemeinsam: Sie wünschen sich deutlich mehr Zeit für den Haushalt, die Kinder und den Partner. Wir müssen uns alle eingestehen, dass unser Tag nur 24 Stunden lang ist und jeder - egal ob Freunde, Partner oder Kinder - Abstriche machen muss. Verabschiede dich von dem Gedanken, perfekt sein zu müssen, es sei denn du kannst dir zwei Hausangestellte und eine Nanny leisten.

Die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie ist grundsätzlich kein individuelles Problem, denn Mütter und Väter üben in Hunderttausenden Schweizer Familien jeden Tag, wie sich die Vereinbarung deutlich verbessern lässt. Es ist also an der Zeit, das auch wir endlich ehrlich zu uns sind: Es wird uns nicht gelingen, Beruf und Familie gleich stark auszuleben, ohne dass ein Teil davon leiden muss. Es gibt Tage, da klappt alles besser und manchmal wieder schlechter. Der Alltag muss ständig neuen Anforderungen angepasst werden.

Du willst mehr Zeit? Dann stelle dir einige Fragen

Wie viel Geld braucht ihr, um gut über die Runden zu kommen und wie soll es verdient werden? Möchte die Mutter oder der Vater mehr Zeit in den Job investieren? Wie viele finanzielle Mittel stehen zur Verfügung? Wäre es eine Überlegung, eine Haushaltshilfe einzustellen? 

Versuche einige Abstriche zu machen – sei es im Haushalt, bei Freunden oder im Job. Deine Kinder werden dir später nicht erzählen, wie schön aufgeräumt die Wohnung immer war - sie schätzen die Zeit mit dir umso mehr. Freunde werden verstehen, wenn du mal absagst, wenn dir nicht drum ist, ihre Kinder zu hüten. Und evt. kann die Karriere oder eine Weiterbildung auch noch ein paar Jahre warten, wenn die Kinder etwas älter sind?

Im Haushalt kannst du dir überlegen, wie sich die Hausarbeit unter den Familienmitgliedern sinnvoll aufteilen lässt? Oft kann schon eine kleine Umorganisation den Alltag entlasten. Besprich dich offen mit deinem Partner/deiner Partnerin.

Du wirst wahrscheinlich nicht immer gleich Antworten auf deine Fragen finden, denn jeder hat eigene Wünsche und Vorstellungen, die auch von Notwendigkeiten bestimmt werden, die zu beachten sind. Denn viele Eltern können es sich nicht leisten, weniger erwerbstätig zu sein (oder andere wollen es nicht.) Und wenn du einmal eine Lösung gefunden hast, muss diese immer wieder neu überdacht werden. Besonders mit Kindern ist eben Nichts für die Ewigkeit.

Bestimme Regeln und lebt danach

Du bist mit deiner Tochter auf dem Spielplatz, dein Handy klingelt und wie erwartet ist am anderen Ende der Leitung dein Chef dran. Du weisst sicher zu gut was passiert, wenn der Chef am Wochenende oder während des Urlaubs anruft: Du redest, schreibst Nachrichten, liest, tippst wieder...Was also dagegen tun? Ganz einfach: Du musst zunächst deiner eigenen Rolle im Job und in deiner Familie bewusst werden. Entwickle ein Bewusstsein dafür, dass du nicht rund um die Uhr für deinen Arbeitgeber erreichbar bist.

Du kannst stolz auf dich sein!

Du entschuldigst dich andauern dafür, dass du arbeiten musst oder dafür, dass du nicht arbeitest, weil etwa dein Kind krank ist? Woher kommen deine Schuldgefühle? Höre auf damit, denn ohne dich wäre deine Familie nur halb komplett. Du kümmerst dich hervorragend um deine Kinder, du erledigst einen erstklassigen Job und bist für deinen Partner und deine Freunde eine wichtige Bezugsperson. Wertvollere, nachhaltigere und wertvollere Tätigkeiten gibt es nicht!

Du musst nicht immer perfekt sein, um Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Es sind einige kleine Aspekte, die du beachten musst, damit der Spagat gelingt. Zu guter Letzt sind es noch deine Selbstzweifel, die du aus dem Weg räumen musst. Sei einfach geduldiger mit dir selbst und mache dir klar, dass du gut so bist, wie du bist. Du bist für viele Menschen wertvoll und wichtig - sie wissen dich zu schätzen also lerne auch du dich selbst zu schätzen.

 

 

Tags:

Deine Bewertung:

3,8/5 (4 Stimmen)

KOMMENTARE