Formen der Behinderung

In der Umgangssprache gilt ein Kind als behindert, wenn es in der körperlichen oder geistigen Entwicklung im Vergleich zu seinen Altersgenossen zurückliegt. Eine Behinderung ist also immer im Bezug zu anderen Menschen zu sehen. Das klingt einfach. Aber es gibt nicht nur verschiedene Definitionen, sondern auch verschiedene Formen und Ursachen von Behinderungen.

Wann spricht man von einer Behinderung?

Nach dem Schweizer Behindertengleichstellungsgesetz ist man ein Mensch mit Behinderung, wenn es eine dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung erschwert, alltägliche Verrichtungen zu erledigen, Sozialkontakte zu pflegen, sich fortzubewegen, sich zu bilden oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben. (Quelle: Schweizer Behindertengleichstellungsgesetz , Artikel 2).

Es gibt weitere Definitionen von der WHO und verschiedenen Behindertenverbänden.

Welche Gruppen der Behinderungen unterscheidet man?

Die Behinderungen kannst du nach der betroffenen Einschränkung, nach der Ursache und dem Zeitpunkt der Schädigung unterscheiden. Grundsätzlich unterscheidest du geistige Behinderung von Körperbehinderung.

Die Lernbehinderung wird je nach Definition als eigene Gruppe betrachtet oder zählt als geistige Behinderung.

Die Körperbehinderung wird wiederum nach dem betroffenen Körperteil und Organsystem eingeteilt (z. B. Lähmung, Sinnesbehinderung wie Blindheit oder Taubheit etc.).

Im Weiteren unterscheidest du eine angeborene Behinderung von einer erworbenen Behinderung.

Eine angeborene Behinderung entsteht während der Schwangerschaft zum Beispiel aufgrund von Mangelernährung, Infektionen oder durch Chromosomenfehler wie der Trisomie 21. Eine erworbene Behinderung entsteht während oder nach der Geburt durch die möglichen Komplikationen bei der Geburt oder die spätere Schädigungen wie durch Unfälle oder Tumore.

Wie ist der Unterschied zu einem chronisch kranken Kind?

Der Unterschied zwischen einer chronischen Krankheit und eine Behinderung liegt vor allem im Verlauf.
Eine Behinderung ist eine Einschränkung im Vergleich zu Kindern oder Erwachsenen gleichen Alters.
Eine chronische Krankheit ist ein länger andauernden Prozesses degenerativer Veränderung, von Infektions- oder anderer Erkrankungen, die sich durch Zeit oder Behandlung verändert.

Risikominimierung

Das Risiko für Behinderungen, vor allem für die Trisomie 21, steigt mit dem Alter der Eltern.

Sicher gehst du während deiner Schwangerschaft zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen. Hier wird mittels Ultraschall geschaut, ob dein Baby eine Behinderung haben könnte. Viele Behandlungen können schon während der Schwangerschaft begonnen werden. Wenn der Verdacht auf einen Chromosomenfehler wie die Trisomie 21 besteht, kann dein Gynäkologe das Fruchtwasser untersuchen. Erfahre hier detaillierte Infos zur Fruchtwasserpunktion.

Dass du während der Schwangerschaft auf Rauchen und Alkohol verzichten solltest, ist allgemein bekannt.  Durch eine sorgfältig ausgewählte Ernährung sorgst du für eine ausreichende Versorgung deines Babys mit Vitaminen und Nährstoffen und schützt dein Baby vor Infektionen.

Auch nach der Geburt bietet der Kinderarzt regelmässige Vorsorgeuntersuchungen für dein Baby an. Wer schon als Baby und als Kind mit einer Behinderung lebt, kann mit der richtigen Unterstützung oft einfach und unverkrampft mit seinen Einschränkungen leben.

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