Baby schreit beim Autofahren: Was kann helfen?

Stress im Auto kennen wahrscheinlich die meisten von uns. Die Kinder haben Langeweile und möchten am liebsten sofort aus dem Kindersitz raus und auf Mamas Arm. Wenn Babys während der Autofahrt schreien, kann es den Fahrer schnell ablenken und alle anwesenden Personen in Stress versetzen. Wir zeigen dir hier, woran es liegen kann, dass dein Baby beim Autofahren ständig weint und geben dir praktische Tipps für eine ruhigere Fahrt mit Kind.

Woran kann es liegen, dass ein Baby beim Autofahren schreit?

Es gibt Kinder, die hassen das Autofahren einfach abgrundtief und beginnen schon beim blossen Anblick der Babyschale an zu weinen. Wenn du ein Kind hast, was das Fahren im Auto grundsätzlich verachtet, wirst du wahrscheinlich ohnehin dein Fahrzeug schon so oft wie nur möglich stehen lassen.

Für das Schreien und Weinen kann es zahlreiche verschiedene Gründe geben. Leider ist ein Baby in seinen Ausdrucksmöglichkeiten noch stark eingeschränkt und so musst du nach dem Ausschlussprinzip vorgehen, um die tatsächliche Ursache zu ergründen. Überraschenderweise können bereits kleine Veränderungen einen durchschlagenden Erfolg erzielen.

Praktische Tipps für Eltern, wenn das Baby beim Autofahren schreit

  1. Platziere die Babyschale flacher

    Kennst du das Gefühl, wenn du kurz vor dem Einschlafen bist und plötzlich dein ganzer Körper zusammenzuckt? Bei deinem Baby kannst du in den ersten Lebensmonaten wahrscheinlich oft ein ähnliches Zusammenzucken beobachten. Dieser sogenannte Moro-Reflex kommt vor, wenn dein Kind denkt, das Gleichgewicht zu verlieren. Evt. hilft es deinem Baby, wenn du die Babyschale etwas flacher im Auto positionierst. Lege hierzu einfach ein gefaltetes Handtuch vorne unter die Babyschale. So kannst du die Neigung des Sitzes beeinflussen und dein Baby liegt flacher. Es gibt im Handel auch spezielle Baby-Liegeschalen, wo das Baby fast flach liegen kann.

  2. Zu hohe oder zu niedrige Temperatur

    Es ist möglich, dass es deinem Nachwuchs zu warm oder zu kalt ist. Weil es dies jedoch nicht aussprechen kann, lohnt es sich für dich, etwas zu experimentieren. Ziehe deinem Baby während der Fahrt das Mützchen aus oder öffne die Jacke etwas. Besonders Säuglingen ist es auch oft zu kalt, weil sie die Temperatur nicht richtig halten können. Es ist daher ein Versuch Wert, dein Kind mit einer leichten Decke zuzudecken.

  3. Fehlender Sichtkontakt

    Viele Babys vermissen während den Fahrten auch einfach Mama und Papa und verstehen nicht, warum sie ständig nur die Rückenlehne anstarren sollen. Hier kannst du versuchen, die Babyschale auf dem Beifahrersitz zu platzieren - natürlich nur, wenn vorher der Airbag ausgeschaltet wurde. Auf viele Kinder wirkt es beruhigend, Mama oder Papa im direkten Blickfeld zu haben.

  4. Fehlende Sicht

    Viele Kinder stört es sehr, dass sie nicht nach draussen schauen können, weil die Babyschale dafür zu flach ist und seitlich die Sicht vom Sonnenverdeck eingeschränkt wird. Versuche einfach, das Verdeck während der Fahrt zu entfernen - in vielen Fällen war dies schon von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Beachte jedoch hier unbedingt, dass du nur das Sonnensegel entfernst und nicht den Tragebügel herunterklappst, denn dieser dient gleichzeitig bei einem Verkehrsunfall als Überrollbügel.

  5. Übermüdung

    Einige Kinder können im Auto partout kein Auge zu machen. Es kann für dein Kind unangenehm sein, müde in der Babyschale sitzen zu müssen, denn eine Drehung in die bevorzugte Position ist nicht möglich. Es findet dann nicht in den Schlaf und die Überreizung führt zu Schreiattaken im Auto. Probiere einfach aus, ob dein Baby im ausgeschlafenen Zustand weniger im Auto weint.

  6. Weisses Rauschen

    Ein weisses Rauschen wirkt auf uns Menschen ausserordentlich beruhigend. Nicht wenige Babys verbringen daher ihre ersten Lebenswochen häufig in der Nähe von Föhn, Dunstabzugshaube oder Staubsauger, denn das Geräusch wirkt einschläfernd. Das weisse Rauschen kannst du als Audiodatei auf dein Handy laden und die Wirkung an deinem Kind beobachten. Wenn dich das Rauschen nicht stört, kannst du einfach das Autoradio laut aufdrehen, und zwar auf einer Frequenz, in deren Nähe kein Sender vorhanden ist.

  7. Zu viel Sicht

    Beim Blick aus dem Fenster kann dein Baby sich auch durch die vielen Sinneseindrücke erschlagen und unsicher fühlen. Die schnell vorbei rauschenden Gegenstände führen zu Überreizungen und können sehr unruhig machen. Einige Kinder schreien deutlich weniger im Auto, wenn die Scheiben verhangen sind, beispielsweise mit einem Handtuch.

  8. Mögliche Reiseübelkeit

    Wenn dein Baby erst eine Weile nach dem Beginn der Autofahrt zu weinen anfängt, kann es auch möglich sein, dass es deinem Nachwuchs schwindelig oder übel ist. Obwohl sich die Reiseübelkeit meist erst im Alter von 2 bis 3 Jahren entwickelt, ist nicht ausgeschlossen, dass auch Babys schon darunter leiden. Wenn du den Verdacht hast, dass die Reiseübelkeit die Ursache für das Schreien deines Kindes ist, solltest du idealerweise mit deinem Kinderarzt darüber sprechen.

  9. Rede mit deinem Baby

    Wenn ihr mehrere Erwachsene im Auto seid, kannst du dein Baby natürlich am leichtesten ablenken. Hier helfen die alten, bekannten Fingerspiele oft hervorragend weiter.

 

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